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Ei-Ersatz-Produkte

So haben wir getestet

Der Einkauf
Ei-Ersatz sollte es sein. Und so haben wir in Reformhäusern, Supermärkten und Bio-Läden nach den Pulvern gesucht. Viele Produkte gibt es nicht; und von den wenigen gibt es einige nur über das Internet zu kaufen. Deswegen haben wir auch online bestellt. Mit dabei: Pulver auf Basis von Lupinen, Kartoffeln, Mais, Algen und Kichererbsenmehl.

Die Inhaltsstoffe
Natürlich stand Mineralöl auf unserer Prüfliste. Die Verunreinigungen stammen oft aus Druckfarben oder Verpackungen, können aber auch schon während der Produktion entstehen, wenn Lebensmittel etwa mit Schmierölen in Kontakt kommen. Weiterhin hat ein von uns beauftragtes Labor nach mehr als 500 Rückständen von Pestiziden gefahndet. Weil Pflanzen schon im Anbau mit gechlortem Wasser in Kontakt kommen können, haben wir auch auf Rückstände von Chlorat untersuchen lassen. Außerdem auf der Checkliste, je nach Zusammensetzung des Produkts: Schimmelpilzgifte, Aluminium, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und Dioxine.

Die Bewertung
Erhöhte Chloratgehalte werten wir ab, weil diese, langfristig aufgenommen, die Jodaufnahme in der Schilddrüse hemmen können. Auch Verunreinigungen mit den gesättigten Kohlenwasserstoffen MOSH/POSH sowie der Zusatz von Phosphat führen zu Punktabzug. Erstere haben im Tierversuch die Leber geschädigt, zweiteres kann den Nieren schaden.

So haben wir getestet

Auf Stärke basieren die meisten Pulver. Ob darin etwa Mineralöl steckt, haben wir testen lassen.

Nuss-Nougat-Creme

So haben wir getestet

Der Einkauf
Nuss-Nougat-Cremes stehen in jedem Laden. Im Test sind vor allem die weitverbreiteten Eigenmarken des Handels vertreten sowie Klassiker wie Nutella und Nusspli. Wir wählten auch drei Cremes ohne Palmöl aus.

Die Inhaltsstoffe
Der Brotaufstrich besteht zu einem größeren Teil aus Ölen und Fetten, darunter Palmöl, das vergleichsweise hohe Werte an 3-MCPD- und Glycidylestern aufweisen kann. Wir ließen die Cremes deshalb auf diese Fettschadstoffe untersuchen. Weil die Fette, aber auch Kakao und Nüsse mit gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen, etwa MOSH, verunreinigt sein können, ließen wir die Produkte darauf analysieren. Weitere Untersuchungen betrafen den Zuckergehalt, Schimmelpilzgifte, Weichmacher sowie gentechnisch veränderte Organismen (GVO), die etwa aus dem eingesetzten Emulgator Sojalecithin stammen könnten. 2009 wies ein von uns beauftragtes Labor in zwei Nuss-Nougat-Cremes genmanipuliertes Soja nach. Ob dieses Problem noch besteht, ließen wir erneut überprüfen.

Die Weiteren Mängel
Unter dieser Überschrift schauten wir auf den Etiketten unter anderem nach übertriebenen Werbeaussagen oder Portionsangaben, die eventuell zu klein ausfallen.

Die Bewertung
Bei der Bewertung der Fettschadstoffe haben wir ein etwa dreijähriges Kind mit einem Körpergewicht von 15 Kilogramm und eine Tagesportion von 30 Gramm zugrunde gelegt. Auffällig ist die Fettschadstoff-Komponente Glycidol. Sie führt in einem Fall zum Abzug von vier Noten. Den Zucker bewerten wir als "stark erhöht", wenn 30 Gramm der Aufstriche mehr enthalten, als ein etwa dreijähriges Kind an einem Tag höchstens aufnehmen sollte. Mehr als die Hälfte dieser Zuckermenge werten wir als "erhöht". Die Gehalte an Mineralölbestandteilen (MOSH/POSH) stufen wir als gering (Spuren) bis "sehr stark erhöht" ein.

So haben wir getestet

Realistische Portion? 30 Gramm Nuss-Nougat-Creme lassen sich problemlos auf einer etwas größeren Scheibe Brot verteilen.

Quark

So haben wir getestet

Der Einkauf
Wir haben 19 Sorten Quark in Supermärkten, Discountern und Bio-Läden eingekauft. Wenn es von der Marke einen Halbfettquark, also mit 20 Prozent Fett gab, haben wir uns dafür entschieden.

Die Inhaltsstoffe und Sensorik
Quark besteht aus Milch. Die Verarbeitung erfolgt industriell und - hoffentlich - unter hygienischen Bedingungen. Um das zu prüfen, ließen wir die Keimbelastung im Endprodukt untersuchen. Wir wollten wissen: Ist der Quark geschmacklich, vom Geruch her und in seiner Konsistenz einwandfrei? Dem Quark sollte nichts beigemischt werden - weder wissentlich noch aus Versehen. Zu typischen Verunreinigungen gehören etwa Reinigungsmittel. Selbstverständlich müssen alle Anlagen sorgfältig sauber gehalten werden. Wie das geschieht, sollte aber nicht im Quark nachweisbar sein.

Die Tierhaltung und Transparenz
Wie leben die Kühe, die Milch für die von uns eingekaufte Charge Quark geliefert haben? Wie viel Wert legen die Molkereien auf das Tierwohl? Und wie sehr bemühen sie sich um Transparenz, wenn es darum geht, die Bedingungen der Tierhaltung offenzulegen? Mit einem langen Fragebogen, den wir den Herstellern zugesendet haben, wollten wir genau das herausfinden. Jede der Angaben mussten die Hersteller belegen - etwa mit Stalltagebüchern, tierärztlichen Dokumenten und Lieferscheinen.

Die Weiteren Mängel
Auf der Weide fressen Kühe Gras. In der intensiven Viehhaltung kommt aber vor allem Kraftfutter in den Trog. Das zeigt sich an der Fettzusammensetzung der Milch. Je mehr Grünfutter die Tiere bekommen, desto höher ist auch der Omega-3-Fettsäure-Anteil im Quark. Wenn ein Hersteller auslobt, der Quark sei frei von Gentechnik, sollte er das auch beweisen können.

Die Bewertung
Im Idealfall stimmen natürlich Qualität, Tierhaltung und Transparenz - nur dann kann es ein "sehr gut" geben. Wer zwar saubere Produkte herstellt, sich aber gar nicht um Tierwohl und/oder Transparenz schert, muss mit strengen Abwertungen leben. Weil es bei Quark aufgrund der Massenproduktion und der teilweise Hunderten von Höfen noch schwieriger ist, die Haltungsbedingungen der Kühe transparent zu machen, haben wir im Vergleich zu anderen Tierhaltungstests noch stärker bewertet, ob Hersteller sich um Transparenz bemühen.

So haben wir getestet

1 Portion gleich 30 Gramm? So lassen sich Nährwerte wunderbar kleinrechnen. Zweifelhafte Angaben wie diese haben wir überprüft.

Gemüsesäfte

So haben wir getestet

Der Einkauf
Aus dem großen Angebot an Gemüsesäften wählten wir reine Möhren-, Rote-Bete- und Sauerkrautsäfte aus. Möhren- und Rote-Bete-Säfte gehören zu den beliebtesten Gemüsesäften. Sauerkrautsaft hat wegen seiner verdauungsfördernden Eigenschaften im Frühjahr Saison, wenn viele Menschen ans Entschlacken und Fasten denken. Etliche Hersteller, darunter Supermärkte und Drogerieketten, bieten bereits alle drei Sorten an, viele davon in Bio-Qualität.

Die Inhaltsstoffe
Bevor ein Saft in der Flasche oder im Tetrapak landet, hat er einige Verarbeitungsschritte hinter sich. Dennoch könnten Rückstände von Pestiziden vorhanden sein, auf die wir die Produkte umfangreich prüfen ließen. Weitere Labore untersuchten die Gehalte an Zucker und Säuren sowie den Nitratgehalt, der insbesondere bei Rote Bete hoch sein kann. In Säften, denen die Hersteller Salz zusetzen, haben wir messen lassen, wie viel davon drinsteckt. Möhrensäfte ließen wir auf giftiges Benzol prüfen, das im Zuge der Herstellung entstehen kann.

Die Sensorik
Fünf erfahrene Prüfer beurteilten das Aussehen, den Geruch, den Geschmack und das Mundgefühl der Säfte. Jeder Prüfer bewertete die Säfte zunächst für sich, anschließend erarbeiteten die Experten einen Konsens.

Die Weiteren Mängel
Sind die Produkte so gekennzeichnet, dass Verbraucher alle wesentlichen Informationen auf einen Blick erhalten? Ist die Verpackung ökologisch sinnvoll? Das sahen wir uns genauer an.

Die Bewertung
Für Gemüsesafttrinker sind gesundheitliche Aspekte besonders wichtig. Daher können Möhrensäfte mit Honig und Sauerkrautsäfte mit höheren Salzgehalten bestenfalls mit "gut" abschneiden. Bei den Rote-Bete-Säften und einem Sauerkrautsaft führen Nitratwerte, die wir als "erhöht" oder "stark erhöht" ansehen, zu Abzügen. Drei Produkte stecken in Glas-Einweg-Flaschen, die eine schlechtere Öko-Bilanz aufweisen als Mehrwegflaschen und Kartonverpackungen. Dafür gibt es Abzüge unter den Weiteren Mängeln.

So haben wir getestet

Schmeckt's? Sensorikexperten haben überprüft, ob die Säfte aromatisch, arttypisch und fehlerfrei riechen und schmecken.

Chicken Nuggets

So haben wir getestet

Der Einkauf
Chicken Nuggets sollten es sein. Und da die meisten Produkte tiefgefroren sind, haben wir uns für elf Tiefkühlprodukte entschieden. Produkte aus ökologischer Tierhaltung gibt es nur wenige, deswegen landeten hauptsächlich Nicht-Bio-Nuggets in unserem Einkaufskorb. Und um zu erfahren, wie Mc Donald's, Kentucky Fried Chicken und Burger King im Vergleich dazu abschneiden, haben wir auch in je einer Filiale der Fast-Food-Ketten eingekauft.

Die Inhaltsstoffe
Ein Schwerpunkt der Untersuchungen lag auf Keimen. Denn obwohl die meisten Produkte vorgebraten sind, können sich Krankheitserreger oder Verderbniskeime auf und in den Chicken Nuggets bilden. Besonders bedenklich sind antibiotikaresistente Keime. Auch ob noch Antibiotikarückstände im Fleisch nachweisbar sind, hat ein von uns beauftragtes Labor untersucht. Und nachdem im Sommer das Insektizid Fipronil in Eiern steckte, haben wir auf mehr als 500 verschiedene Pestizide, darunter auch Fipronil, untersuchen lassen. Weil in der Panade pflanzliche Öle stecken, haben wir zudem auf Fettschadstoffe geprüft. Auch Verunreinigungen mit Mineralöl standen auf der Checkliste der Labore.

Die Tierhaltung/Transparenz
Wir wollten genau wissen, woher die Hühner stammen, die in den Chicken Nuggets verarbeitet sind, und wie es um ihre Haltungsbedingungen stand. Die Hersteller haben deswegen einen sehr umfangreichen Fragebogen von uns erhalten - unter anderem zur Rasse, zu den Ställen, dem Futter und den Medikamenten, die die Tiere bekommen haben. Da wir nicht glauben, sondern testen, baten wir die Hersteller um Dokumente, die ihre Angaben belegen.

Die Bewertung
Wie haben die Tiere gelebt, deren Fleisch in den Chicken Nuggets steckt? Und bemühen sich die Hersteller, diese Haltungsbedingungen transparent zu machen? Oder versuchen sie, uns mit Floskeln und Marketingsprech abzuspeisen? Beide Aspekte fließen in das Testergebnis Tierhaltung und Transparenz ein. Doch auch die Qualität muss stimmen: Antibiotikaresistente Keime, Fettschadstoffe und Mineralölrückstände führen unter den Inhaltsstoffen zu strengen Abwertungen. Auch wenn Hersteller etwa versuchen, mit viel billiger Panade den geringen Fleischanteil zu vertuschen, werten wir ab.