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Bananen

So haben wir getestet

Der Einkauf
Im Test: Bananen aus Supermärkten und Discountern, von Alnatura und Denn's Bio-Markt sowie Markenware von Chiquita und Banafair. Im klassischen Lebensmittelhandel kauften wir jeweils konventionelle und Bio-Eigenmarken, bei Alnatura und im Denn's Bio-Markt landeten je nach Angebot Bio-Bananen mit oder ohne Fairtrade-Label im Warenkorb. Die Bio-Bananen von Banafair kauften wir in Weltläden.

Die Inhaltsstoffe
Bananen gelten als "Pestizid-Weltmeister". Die Proben wurden daher einer umfangreichen Analyse auf mehr als 600 Pestizide unterzogen. Um Ausreißer weitgehend auszuschließen, ließen wir je drei Proben der einzelnen Marken untersuchen. Die Bananen durchliefen die Analysen mit Schale. Das ist für die Untersuchung von Obst und Gemüse vorgeschrieben, da sich die gesetzlichen Rückstandhöchstmengen auf das gesamte Produkt beziehen.

Bananenproduktion und Transparenz
Ungerechte Löhne, schlechte Arbeitsbedingungen und der massive Einsatz von Pestiziden prägen den Alltag der Beschäftigten in der Bananenproduktion. Das geht aus Studien von Entwicklungsorganisationen, etwa Oxfam, hervor. Um mehr über die Produktion der von uns eingekauften Proben zu erfahren, erhielten die Anbieter einen umfangreichen Fragebogen zu Preisen, Löhnen, Arbeitsrechten und dem Umgang mit Pestiziden. Alle Antworten sollten mit Zertifikaten oder anderen aussagekräftigen Bescheinigungen belegt werden.

Die Bewertung
Überschreitungen von Pestizidgrenzwerten hat das beauftragte Labor nicht festgestellt, wohl aber eine durchgehende Belastung der Bananen aus konventioneller Produktion. Fast immer schöpfen einzelne oder mehrere Stoffe die geltenden Höchstmengen zu mehr als zehn Prozent aus, was wir abwerten. Nahezu jede Probe enthält zudem relevante Gehalte von bis zu zwei besonders bedenklichen Pestiziden, die als krebsverdächtig eingestuft sind. Das summiert sich. Vollends in den Keller rutschen die Noten einiger konventioneller Produkte durch schlechte Bewertungen unter dem Testergebnis Bananenproduktion und Transparenz, wobei wir uns zunächst die Vorgaben der mitgeteilten Standards angesehen haben. Der Fairtrade-Standard etwa setzt sich in besonderem Maße für menschenwürdige Arbeitsbedingungen und faire Handelsbeziehungen ein, während wir an dem von den meisten konventionellen Anbietern genannten Standard der Rainforest Alliance den fehlenden garantierten Mindestpreis und das unzureichende Verbot von hochgiftigen Pestiziden kritisieren. Uns kam es aber auch darauf an, dass die Anbieter die aufgedruckten Label oder behaupteten Zertifizierungen nachweisen können. Mangelnde Transparenz führt daher ebenfalls zu Abzügen. Als Zertifizierungen sehen wir Standards an, die die Umsetzung sozialer Kriterien nachweisen, etwa Fairtrade, Rainforest Alliance, Naturland Fair oder FairTSA.

Gänse

So haben wir getestet

Der Einkauf
Weihnachtsgänse sollten es sein, aus möglichst vielen verschiedenen Haltungsformen und Herkunftsländern. Ganz so einfach gestaltete sich der Einkauf allerdings nicht, weil die allermeisten Gänse aus Polen stammen, viele weitere aus Ungarn. Ansonsten gab es noch deutsche Gänse, besonders aus Bio-Haltung. Andere Herkunftsländer suchten wir vergebens. Weil die Überprüfung der umfangreichen Belege viel Zeit beansprucht und die meisten Gänse nur kurz vor Weihnachten verkauft werden, haben wir bereits vor einem Jahr eingekauft.

Die Tierhaltung/Transparenz
Wie hat die Gans gelebt, wie eng war ihr Stall, wie groß ihr Platz auf der Weide? Konnte sie ihren natürlichen Bedürfnissen nachkommen und schwimmen und ihr Gefieder säubern? Landete Genfutter in ihrem Trog? Und welche Medikamente hat sie bekommen? Wir wollten genau wissen, woher die Gänse stammen, die auf unserem Festtagstisch landen, und wie es um ihre Haltungsbedingungen stand. Die Hersteller haben deswegen einen umfangreichen Fragebogen von uns erhalten. Jede Angabe mussten sie mit Dokumenten wie Stalltagebüchern oder tierärztlichen Dokumenten belegen.

Die Bewertung
Wenn Hersteller nicht glaubhaft nachgewiesen haben, dass die Gänse nicht aus Stopfmast stammen und nicht lebend gerupft wurden, führt das zu strengen Abwertungen. Auch kein oder wenig Freilandzugang sowie enge Ställe mit großen Herden kritisieren wir. Zudem brauchen Gänse kein Chemiefutter, schon einmal gar nicht gentechnisch verändertes - ihnen reicht das, was sie auf der Weide finden. Wenn ein Hersteller nicht oder nicht konkret auf unseren Fragebogen eingeht, kann er nur auf einem "ungenügend" landen.

Tee, Wellness

So haben wir getestet

Der Einkauf
Die kalte Jahreszeit ist Teezeit. Wir haben deshalb 20 Tees eingekauft und ins Labor geschickt. Dabei haben wir uns auf die Produkte konzentriert, die durch ihre Aufmachung den besonderen Wohlfühlmoment versprechen. Darunter sind fünf Chai-Tees. Deren Hauptzutaten Zimt, Ingwer und Kardamom passen ganz besonders gut in die Winterzeit.

Die Inhaltsstoffe
Die Tees sind Mischungen aus vielen verschiedenen Kräutern, Blüten und Gewürzen. Jede Zutat kann Schadstoffe in den Tee einbringen. Zum Beispiel Pestizide oder das vermutlich krebserregende Anthrachinon. Bei der Ernte können außerdem Beikräuter in den Tee gelangen, die potenziell krebserregende Pyrrolizidinalkaloide, kurz PA, enthalten. Cassia-Zimt weist mitunter relativ hohe Mengen an Cumarin auf, das in Tierversuchen die Leber schädigte. Wir haben deshalb den Cumaringehalt im Teeaufguss untersuchen lassen. Des Weiteren prüften wir die Zutatenliste, ob die Hersteller Aromen zur Geschmacksgebung einsetzen.

Die Weiteren Mängel
Wer auf der Verpackungsvorderseite mit einer Zutat wie zum Beispiel Schokolade wirbt, sollte auch angeben, wie viel Schokolade enthalten ist. Wir überprüften außerdem, ob die Hersteller die Orientierungswerte des Bundesverbandes Naturkost Naturwaren (BNN) für Bio-Produkte einhalten.

Die Bewertung
Für verschiedene Zutaten in den Teemischungen gelten unterschiedliche gesetzliche Pestizidhöchstwerte. Da wir nicht mehr nachvollziehen können, welche Zutat welches Pestizid in die Teemischung eingetragen hat, legen wir für unsere Bewertung den höchsten infrage kommenden Grenzwert zugrunde. Bezüglich der PA orientieren wir uns an dem vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfohlenen Tagestoleranzwert.

So haben wir getestet

Nicht ausreichend deklariert. Kakaobohnen stehen an vierter Stelle, Orangenschalen an fünfter: Über die genaue Menge der Zutaten lässt uns der Anbieter aber im Dunkeln.

Rapsöl

So haben wir getestet

Der Einkauf
Rapsöl ist das meistverkaufte Öl in Deutschland. Das Sortiment ist dementsprechend groß. Wir haben sowohl die Marktführer als auch Eigenmarken eingekauft und achteten auf einen Mix aus konventionellen und Bio-Produkten, aus nativen und raffinierten Ölen, der die Marktsituation abbildet. Auch "schonend gedämpfte" Rapsöle landeten im Einkaufswagen.

Die Inhaltsstoffe
Aufgrund seiner günstigen Fettsäureverteilung empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) Rapsöl ausdrücklich. Anhand der Leitsätze für Speisefette und Speiseöle haben wir deshalb das Fettsäuremuster und die Fettqualität überprüft. Aber auch Schadstoffe, die das Öl bereits beim Anbau, bei der Ernte oder während der Verarbeitung, Abfüllung und Lagerung verunreinigen können, standen auf dem Prüfprogramm, darunter Mineralölkohlenwasserstoffe, Pestizide und Weichmacher.

Die Sensorik
Saatig und leicht nussig sollen native Rapsöle schmecken. Modriger Geruch oder ranziger Geschmack dagegen zeugen von keiner guten Qualität. Deshalb haben elf Sensorikexperten die acht nativen Öle im Test anonymisiert verkostet und bewertet. Bei der Raffination aber auch beim schonenden Dämpfen verliert das Öl seinen arttypischen Geruch und Geschmack und es schmeckt neutral. Wir haben diese Öle deshalb nicht sensorisch untersuchen lassen.

Die Bewertung
Verbraucher kaufen native Öle auch aufgrund des typischen Geschmacks. Das Testergebnis Sensorik macht deshalb bei den nativen Ölen 40 Prozent des Gesamturteils aus. Noch wichtiger ist uns aber die Schadstoffbelastung. Dieses Testergebnis Inhaltsstoffe geht hier zu 60 Prozent in die Gesamtbewertung ein. Im Falle der raffinierten und gedämpften Öle macht dieses 100 Prozent aus.

So haben wir getestet

Geruch und Geschmack haben die Sensorikexperten anhand eines Prüfbogens beurteilt.

Chicken Nuggets

So haben wir getestet

Der Einkauf
Chicken Nuggets sollten es sein. Und da die meisten Produkte tiefgefroren sind, haben wir uns für elf Tiefkühlprodukte entschieden. Produkte aus ökologischer Tierhaltung gibt es nur wenige, deswegen landeten hauptsächlich Nicht-Bio-Nuggets in unserem Einkaufskorb. Und um zu erfahren, wie Mc Donald's, Kentucky Fried Chicken und Burger King im Vergleich dazu abschneiden, haben wir auch in je einer Filiale der Fast-Food-Ketten eingekauft.

Die Inhaltsstoffe
Ein Schwerpunkt der Untersuchungen lag auf Keimen. Denn obwohl die meisten Produkte vorgebraten sind, können sich Krankheitserreger oder Verderbniskeime auf und in den Chicken Nuggets bilden. Besonders bedenklich sind antibiotikaresistente Keime. Auch ob noch Antibiotikarückstände im Fleisch nachweisbar sind, hat ein von uns beauftragtes Labor untersucht. Und nachdem im Sommer das Insektizid Fipronil in Eiern steckte, haben wir auf mehr als 500 verschiedene Pestizide, darunter auch Fipronil, untersuchen lassen. Weil in der Panade pflanzliche Öle stecken, haben wir zudem auf Fettschadstoffe geprüft. Auch Verunreinigungen mit Mineralöl standen auf der Checkliste der Labore.

Die Tierhaltung/Transparenz
Wir wollten genau wissen, woher die Hühner stammen, die in den Chicken Nuggets verarbeitet sind, und wie es um ihre Haltungsbedingungen stand. Die Hersteller haben deswegen einen sehr umfangreichen Fragebogen von uns erhalten - unter anderem zur Rasse, zu den Ställen, dem Futter und den Medikamenten, die die Tiere bekommen haben. Da wir nicht glauben, sondern testen, baten wir die Hersteller um Dokumente, die ihre Angaben belegen.

Die Bewertung
Wie haben die Tiere gelebt, deren Fleisch in den Chicken Nuggets steckt? Und bemühen sich die Hersteller, diese Haltungsbedingungen transparent zu machen? Oder versuchen sie, uns mit Floskeln und Marketingsprech abzuspeisen? Beide Aspekte fließen in das Testergebnis Tierhaltung und Transparenz ein. Doch auch die Qualität muss stimmen: Antibiotikaresistente Keime, Fettschadstoffe und Mineralölrückstände führen unter den Inhaltsstoffen zu strengen Abwertungen. Auch wenn Hersteller etwa versuchen, mit viel billiger Panade den geringen Fleischanteil zu vertuschen, werten wir ab.