Sind Hundehaare geeignet für den Nestbau von Vögeln?

Autor: Redaktion (bw) | Kategorie: Freizeit und Technik | 24.02.2025

Hundehaare im Garten: Unterschätzte Gefahr für Vögel
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Der Frühling ist die Zeit des Fellwechsels bei Hunden und Katzen. Das Winterfell wird gerne draußen ausgekämmt und die Tierhaare bleiben in der Natur liegen. Für Vögel können Hunde- und Katzenhaare jedoch zur Gefahr werden.

Viele Tierbesitzerinnen und Tierbesitzer meinen es gut, wenn sie ausgebürstete Hunde- oder Katzenhaare im Garten oder in der Natur auslegen, damit Vögel ihre Nester damit bauen und auspolstern können. Doch das kann fatale Folgen haben.

Warum Hundehaare gefährlich sind

Auch wenn Vögel in der Natur gelegentlich Tierhaare zum Nestbau verwenden, können größere Mengen von Hunde- und Katzenhaaren eine ernsthafte Gefahr darstellen. "Werden (nahezu) ausschließlich Tierhaare genutzt, besteht sowohl für den Altvogel als auch für den Nestling die Gefahr, sich mit Beinchen oder Flügeln in den Haaren zu verheddern", erklärt der NABU Kreisverband Düren.

Vor allem längere Haare können sich um die zarten Beine oder den Hals der Jungvögel wickeln und zu lebensbedrohlichen Abschnürungen führen. Es besteht sogar die Gefahr, dass sich die Tiere strangulieren oder Gliedmaßen absterben. Außerdem können verschluckte Haare zu tödlichen Verstopfungen im Verdauungstrakt der Küken führen.

Ausgekämmte Hundehaare sollte man nicht draußen liegen lassen.
Ausgekämmte Hundehaare sollte man nicht draußen liegen lassen. (Foto: Shutterstock / Jaromir Chalabala)

Ein weiteres Problem ist die mögliche Belastung der Tierhaare mit chemischen Substanzen. Viele Haustiere wie Katzen und Hunde werden mit Mitteln gegen Flöhe, Zecken oder Läuse behandelt. Diese Insektizide sind Nervengifte und können für Jungvögel tödlich sein, wie eine aktuelle Studie aus England zeigt.

Forschende der Universität Sussex fanden in gut 100 Nestern von Kohl- und Blaumeisen Insektizide, darunter Fipronil in allen Nestern und Imidacloprid in fast 90 Prozent der Nester. Beide Stoffe gelten als Nervengift und sind in der EU auf Feldern und bei Nutztieren verboten. Für Haustiere gibt es noch keine Regelung.

Die Studie zeigt auch, dass in Nestern mit höheren Insektizidkonzentrationen auch mehr tote Jungvögel gefunden wurden.

Was Tierhalter tun können

  • Hundehaare gehören nicht in die Natur, sondern in den Restmüll.
  • Verzichten Sie auf Insektizide. Lassen Sie sich vom Tierarzt beraten, wie Sie Ihr Haustier am besten vor Zecken oder Flöhen schützen können.
  • Wer seinen Garten nicht gleich im Herbst aufräumt und Sträucher erst spät im Frühjahr schneidet, hilft der Vogelwelt. Auch etwas Moos und Bereiche, in denen das Gras nicht gemäht wird, helfen Vögeln beim Nestbau.

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