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146 Grüne Geldanlage-Angebote im Test

ÖKO-TEST April 2017
vom 30.03.2017

Grüne Geldanlagen

Wenig Licht, viel Schatten

Die Finanzkrise hat auch gute Seiten. Sie hat die Nachfrage nach ethisch-ökologischen Geldanlagen kräftig angekurbelt. Doch viele Grüne-Geld-Investments sind riskanter als gedacht, vereinzelt werden gutgläubige Grünanleger sogar abgezockt. ÖKO-TEST wagt den Rückblick und zieht eine erste Bilanz.

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30.03.2017 | Hohe Renditen plus ein gutes Öko-Gewissen? Das kann es bei nachhaltigen Geldanlagen durchaus geben. Oft genug geht es aber auch schief, wie allein die Beispiele von Prokon oder German Pellets zeigen. Denn in Sachen Rentabilität, Liquidität und Sicherheit gelten für ethisch-ökologische Geldanlagen die gleichen Regeln wie für konventionelle Geldanlagen. Das bedeutet: Anleger müssen zugunsten des nachhaltigen Anlageziels zwar nicht auf Rendite verzichten, sie bekommen aber auch keinerlei Renditebonus und auch kein Plus an Sicherheit geschenkt. Im Gegenteil. Je höher die Renditeversprechen sind, desto höher ist auch bei Umweltinvestments das Risiko der Anlage. Deshalb kommt es bei der Auswahl primär auf die Anlageform und dann erst auf die Details der Grünanlage an. Sonst wird die nachhaltige Geldanlage schnell zum Desaster. Denn gerade bei Umweltinvestments dominieren oft Anlageformen, die keinerlei Sicherheit bieten. Darauf hat ÖKO-TEST in den vergangenen Jahren immer wieder deutlich hingewiesen und vor den Risiken gewarnt: "Ob Anleger die versprochenen Zinsen und die Rückzahlung des Kapitals pünktlich und in voller Höhe erhalten, hängt allein von der Bonität der Emittenten ab".

Wie richtig wir damit lagen, zeigt der aktuelle Überblick über die Entwicklung der Angebote: Von 71 untersuchten Beteiligungen verlaufen lediglich 29 planmäßig. Das entspricht einer Quote von bescheidenen 40,8 Prozent. Von den restlichen 42 Offerten dagegen endeten 17 bereits mit Schrecken, weil entweder der Anbieter oder der geschlossene Fonds selbst Insolvenz anmelden musste oder zahlungsunfähig ist (in den Tabellen ab S. 134 rot markiert). In diesen Fällen haben Anleger ihr Kapital ganz oder zumindest teilweise in den Sand gesetzt. Weiteren elf Investments (gelb markiert) droht unserer Meinung nach ein ähnliches Schicksal. Denn massive Verzögerungen oder Kürzungen der versprochenen Ausschüttungen zeigen, dass bereits der Wurm drin ist. In weiteren sechs Fällen sind die prospektierten Ausschüttungen zumindest fraglich. Bei sieben sind Erfolg oder Misserfolg derzeit noch nicht absehbar, weil die Anbieter erst am Ende einer langen Laufzeit von zehn Jahren und mehr erste Erträge ausschütten wollen.

Bei den insgesamt 75 untersuchten börsennotierten Investments wie Anleihen, handelbaren Genussscheinen, Aktien, ETF-Indexfonds und Zertifikaten, sieht es dagegen deutlich besser aus: Sechs Offerten wurden zwar eingestellt, allerdings ohne Verlust für die Anleger. Sie bekamen Ihr eingezahltes Geld zurück. Bei immerhin 44 Anleihen, Genussscheinen und ETFs lief sogar alles planmäßig. Die Anleger erhielten also sämtliche Ausschüttungen genau wie versprochen. Das ist eine Erfolgsquote von immerhin 58,7 Prozent. Mehr noch: Mit breit gestreuten Angeboten, wie ETF-Indexfonds auf nachhaltige Börsenindizes, konnten die Anleger sogar richtig gut verdienen. Im Schnitt haben sie mit diesen Papieren in den vergangenen fünf Jahren jährliche Durchschnittsrenditen von 7,3 bis 14,9 Prozent erzie

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