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179 Geldanlage-Angebote für Kinder im Test

ÖKO-TEST Mai 2012
vom 27.04.2012

Geldanlagen für Kinder

Mäuse machen

Wer seinen Sprösslingen auch finanziell einen guten Start ins Leben ermöglichen möchte, sollte so früh wie möglich anfangen, Geld dafür zurückzulegen. ÖKO-TEST verrät, worauf Eltern achten müssen und wer die besten Konditionen bietet.

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27.04.2012 | Kinder brauchen nicht nur Liebe. Sie kosten auch viel Geld. Denn neben Windeln, Schnuller und Babybrei müssen später Zahnspangen, Klassenreisen, der Führerschein, eine gute Ausbildung und womöglich noch das erste eigene Auto finanziert werden. Experten schätzen, dass ein Kind von der Geburt bis zum ersten eigenen Gehalt so viel kostet, wie ein Eigenheim. Bei solchen Aussichten kann Eltern schon mal schwindlig werden. Richtig teuer wird der Nachwuchs vor allem in der Ausbildungsphase. Ein Studium schlägt je nach Fachrichtung mit 25.000 bis 100.000 Euro zu Buche, Auslandsaufenthalte und Studiengebühren nicht eingerechnet.

Den meisten Eltern wird daher schon ziemlich früh klar: Wollen sie dafür sorgen, dass ihrem Nachwuchs später alle Türen offenstehen, müssen sie rechtzeitig anfangen zu sparen. Doch gerade in der Phase der Familiengründung ist die Haushaltskasse selten prall gefüllt. Das Startkapital für den Nachwuchs lässt sich aber auch mit kleinen Beträgen ansparen - vorausgesetzt die Eltern fangen früh genug an und legen regelmäßig etwas zurück. Um aus kleinen Beträgen den maximalen Ertrag bei geringem Risiko herauszuholen, kommt es aber auf die richtige Anlage an. Familien werden zwar von Banken, Fondsgesellschaften und Versicherungen gleichermaßen mit Offerten überschüttet. Hinter vielen Produkten mit putzigen Namen verbergen sich jedoch teure und unflexible Versicherungsprodukte, die den Sparvorgang mit Risikoschutz kombinieren. Das ist selten ein gutes Geschäft. Doch auch bei den Bank- und Fondssparplänen gibt es große Unterschiede.

ÖKO-TEST hat daher 37 Bankangebote von 28 Instituten sowie 26 Fondssparpläne von 17 Direktbanken, Onlinebrokern, Fondsvermittlern und Fondsgesellschaften unter die Lupe genommen. In allen Fällen handelt es sich um Sparangebote, die speziell auf die Geldanlage für Kinder zugeschnitten sind und bei denen der Sparvertrag auch auf den Namen des Kindes eröffnet werden kann.

Das Testergebnis

Sicherheit und gute Rendite: Mit Banksparplänen für Kinder lassen sich - bei 150 Euro Sparbetrag und 18 Jahren Laufzeit - im besten Fall bis zu 47.018 Euro zusammensparen. Im schlechtesten Fall springen mit 33.906 Euro aber glatt 13.112 Euro oder fast 28 Prozent weniger heraus. Im günstigsten Fall erzielen Eltern bis zu 3,97 Prozent Rendite jährlich, bei Sparbeträgen bis maximal 50 Euro sind sogar bis zu 4,30 Prozent Zinsen drin. Zum Vergleich: Bundesschatzbriefe bringen derzeit nur 0,67 bis 0,83 Prozent.

Höheres Risiko, höhere Rendite: Fondssparpläne sind als Geldanlage für Kinder ideal, wenn das Geld für längere Zeit auf dem Konto liegen kann (zumindest zehn Jahre). Hier sind im gleichen Musterfall zwischen 48.734 bis 52.010 Euro angespartes Kapital drin. Dafür ist es nicht ausgeschlossen, dass die Kurse zeitweilig nach unten zeigen.

Kosten fressen den Anlageerfolg: Neben der Fondsauswahl beeinflussen vor allem die Kosten das Anlageergebnis. Schließen Eltern den Fondssparplan über die Hausbank ab, müssen sie meist

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Weitere Informationen

Das Ranking der Banksparpläne und Tagesgeldkonten erfolgte auf Basis eines Vergleichs des jeweiligen Guthabens, das am Ende der jeweiligen Sparphase am dem Konto steht. Zur Ermittlung des Ranges wurde die Differenz zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Guthaben im jeweiligen Musterfall gebildet und in sechs gleich große Klassen geteilt. Auf diese Weise wird deutlich, welche Renditedifferenzen zwischen den einzelnen Anbietern bestehen.
Zur Ermittlung der Guthaben wurden die Einzahlungen in den jeweiligen Sparplan oder auf das Tagesgeldkonto entsprechend den Vertragsbedingungen verzinst. Dabei wurden nicht nur etwaige Bonuszahlungen berücksichtigt, sondern auch etwaige nach Kontoguthaben gestaffelte Zinssätze berücksichtigt. Darüber hinaus ist ÖKO-TEST jeweils davon ausgegangen, dass es sich um den Abschluss eines Neukundenvertrages handelt. Zinszuschläge für Neukunden für eine bestimmte Anlagedauer flossen daher ebenfalls in die Berechnung ein.
Nach gleichem Schema sind wir bei den Fondssparplänen vorgegangen. Hier wurde für alle Anbieter unterstellt, dass die Kinder ihre Sparraten in dem DWS Vermögensbildungsfonds I anlegen. Entsprechend der Vergangenheitsrendite dieses Fonds, der nach der Sparplan-Statistik des Bundesverbands für Investmentgesellschaften im 20-JahresZeitraum von 31.12.1991 bis 31.12.2011 eine jährliche Wertentwicklung von fast 5,75 Prozent erreichte, wurde vereinfachend eine 5-prozentige Fondsrendite nach BVI-Methode unterstellt. Anschließend wurde das Guthaben ermittelt, dass sich am Ende der jeweiligen Sparphase im Fondssparplan angesammelt hat, wenn der Fonds diese Rendite auch in Zukunft erzielt. Alle Kosten, die im jeweiligen Sparplan anfallen, wie Depotgebühren, Ausgabeaufschläge oder Kaufkosten, wurden dabei renditemindernd berücksichtigt.
Sowohl bei den Bank- als auch bei den Fondssparplänen sind wir davon ausgegangen, dass die Konten auf den Namen der Kinder abgeschlossen wurden und diese sämtliche Kapitalerträge abgeltungssteuerfrei vereinnahmen können. Es wurde daher so gerechnet, als hätte dem jeweiligen Anbieter eine Nichtveranlagungsbescheinigung vorgelegen.
Untersucht wurden Banksparpläne mit festen oder variablen Zinsen, die auch als Bonussparvertrag ausgestaltet sein können sowie Sparpläne auf Tagesgeldkonten mit variablem Zins und Fondssparpläne- und Depots, die speziell für minderjährige Kinder angeboten werden oder auf deren Namen abgeschlossen werden können. Sämtliche Sparpläne sollten für die Dauer von mindestens 12 bis 18 Jahren laufen können. Mindestsparrate sollte 150 Euro im Quartal nicht überschreiten. Stichtag für die Ermittlung der Konditionen war der 28.03.2012. Für die Berechnung aller Musterfälle ist ÖKO-TEST davon ausgegangen, dass die zu diesem Termin ermittelten Konditionen und Zinssätze für die Dauer der Musterfälle konstant bleiben.
Sämtliche Daten zu den Sparplänen wurden von ÖKO-TEST im Internet ermittelt, überprüft sowie die Guthaben in den Musterfällen berechnet. Anschließend wurden die Ergebnisse der Erhebung und der Berechnungen den Anbietern zur Verifizierung zugespielt. Die abschließende Bewertung sowie die Ermittlung der Renditen wurde von ÖKO-TEST vorgenommen.