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73 Grüne Geldanlage-Angebote im Test

ÖKO-TEST April 2011
vom 25.03.2011

Grüne Geldanlagen

Strahlende Geschäfte

Nachhaltige Fonds werden umweltbewussten Anlegern gern als saubere Investments offeriert, durch die sich Geld und Moral verbinden lassen. Doch viele enthalten Aktien von Atomfirmen, Rüstungskonzernen und Umweltsündern. Nur fünf von 73 untersuchten Fonds bieten Anlegern ein wirklich dunkelgrünes Depot.

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25.03.2011 | Grüne Geldanlagen sind gefragt. Immer mehr Anleger achten nicht mehr allein auf die Rendite. Sie wollen bei ihren Investments auch Kriterien wie soziale Lebensqualität, Umweltbewusstsein, Transparenz, Ehrlichkeit, Gemeinsinn und Sicherheit berücksichtigt sehen. Noch ist der Markt für Anlagen, die nach den Kriterien Umweltschutz, Soziales und gute Unternehmensführung (englisch: Environment, Social, Governance, kurz ESG) verwaltet werden, zwar vergleichsweise klein.

Doch die Wachstumsraten zeigen eine beachtliche Dynamik. So hat sich das Volumen nachhaltiger Investments in Europa nach Angaben des European Sustainable and Responsible Investmentforum (Eurosif) seit 2008 von 2,7 auf fünf Billionen Euro fast verdoppelt. Das entspricht einem Wachstum von stolzen 87 Prozent. "Die anhaltende Finanzkrise und Desaster wie die Umweltkatastrophe um Deepwater Horizon im Golf von Mexiko haben viele Investoren wachgerüttelt", analysiert Eurosif die Zahlen aus 2010. Aktuell könnte die Branche noch einen weiteren kräftigen Schub erleben. Die atomare Katastrophe nach dem schweren Erdbeben mit nachfolgendem Tsunami in Japan wird zweifelsfrei das Bewusstsein für die Bedeutung von Umweltschutz und Sicherheit weiter schärfen.

Schon im Vorfeld der Ereignisse wäre allerdings jeder zweite Bundesbürger bereit gewesen, ein nachhaltiges Anlageprodukt zu kaufen. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls eine Umfrage durch You GovPsychonomics. Zwei Drittel aller umweltbewussten Anleger wären sogar bereit, auf ein bisschen Gewinn zu verzichten, wenn das Geld wirklich sauber angelegt wird, so eine Umfrage von Union Investment. Das müssen sie aber gar nicht. Von 36 Studien aus verschiedenen Zeiträumen belegen nach Angabe der Beratungsgesellschaft Mercer 20 ganz klar, dass Wertpapiere von nachhaltigen Unternehmen und Staaten nicht schlechter abschneiden als der Gesamtmarkt. Im Gegenteil. Je pingeliger die Nachhaltigkeitskriterien, desto besser die Anlageergebnisse.

Das klingt nach einem sauberen Investment, von dem nicht nur der Geldbeutel, sondern auch das gute Gewissen profitieren. Doch Vorsicht! Nicht jeder Nachhaltigkeitsfonds wird seinen hehren Zielen gerecht. "Mit dem Begriff Nachhaltigkeit wird ein Haufen Schindluder getrieben", warnt Bruno S. Frey, renommierter Wirtschaftswissenschaftler von der Universität Zürich. Man müsse enorm kritisch sein, so Frey, ob das, was als nachhaltig verkauft wird, auch wirklich ethisch und ökologisch einwandfrei ist.

Bester Beweis ist der Fall BP. Nach der Explosion auf der "Deepwater Horizon" mussten viele umweltbewusste Anleger mit Entsetzen feststellen, dass die Aktie von BP beliebter Titel in vielen Öko-Fonds war. Bei 13 Fonds zählten die "British Polluters", wie Umweltaktivisten den Konzernnamen übersetzen, Anfang 2010 sogar noch zu den Top-Ten-Titeln, also den Fondsschwergewichten.

Doch was hat ein Ölmulti überhaupt in einem Öko-Fonds zu suchen? Ölförderung ist prinzipiell nicht nachhaltig. Zudem hat es bei BP schon in den Vorjahre

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