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Ratgeber: Berufsunfähigkeit

Ratgeber Rente, Geld, Versicherungen 9: 2011 mit CD
vom 07.10.2011

Berufsunfähigkeit

Erst krank, dann arm

Schutz vor den finanziellen Folgen von Berufsunfähigkeit ist schwer zu finden. Private Versicherer sortieren die Kunden immer stärker nach Risiko - und der Staat lässt seine Bürger weitgehend allein.

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07.10.2011 | Anna S. fiel aus allen Wolken. Die Buchhändlerin wollte eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Doch ihr Antrag wurde vom Versicherer rundweg abgelehnt. "Ich bin kerngesund", klagt die 32-Jährige, "aber vor zwei Jahren war ich wegen ungewollter Kinderlosigkeit in psychotherapeutischer Behandlung. Jetzt lehnt mich der Versicherer ab, aus Angst vor Folgeschäden."

Anna S. ist mit ihrer Abfuhr kein Einzelfall. Schon geringfügige gesundheitliche Probleme können dazu führen, dass Interessenten bei privaten Versicherern entweder gar keine Berufsunfähigkeitspolice erhalten oder nur einen löchrigen Schutz, bei dem bestimmte Vorerkrankungen von vornherein ausgeschlossen werden. "Nach einer Psychotherapie ist es zum Beispiel sehr schwierig, einen Vertrag zu bekommen", sagt Elke Weidenbach, Referentin für Versicherungen bei der Verbraucherzentrale NRW. "Manchmal führt schon eine Ehetherapie zur Ablehnung."

Der Grund ist simpel: Psychische Erkrankungen sind mittlerweile die häufigste Ursache für eine Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit. Andere Gebrechen, wie Rücken- und Knochenprobleme, Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen nicht einmal halb so oft zur Invalidität. 2009 zum Beispiel schieden rund 37,7 Prozent aller betroffenen Arbeitnehmer wegen psychischer Erkrankungen vorzeitig aus dem Berufsleben aus, bei Frauen waren es sogar 44 Prozent. Das belegt die aktuelle Statistik der Deutschen Rentenversicherung über die Ursachen für Invalidität bei den Rentenneuzugängen 2009. Wer an solchen Erkrankungen leidet oder an Diabetes, Allergien, Migräne und Schlafapnoe, steht damit vor einem Riesenproblem: Bei privaten Versicherern hat er oft keine Chance, sich vor dem finanziellen Absturz bei Invalidität mit einer privaten BU-Police zu schützen.

Noch schlimmer sieht es für besonders gefährdete Berufsgruppen aus. Bauarbeiter, Berufssoldaten, Polizisten, aber auch Künstler haben oft allein aus statistischen Gründen keine Chance auf privaten Schutz. Viele Versicherer lehnen sie ganz unabhängig vom individuellen Risiko allein aufgrund der Berufsgruppe ab oder verlangen derart hohe Risikozuschläge, dass der Invaliditätsschutz kaum noch bezahlbar ist.

Dabei ist die Absicherung des Risikos der Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit eigentlich unverzichtbar. "Eine entsprechende Police sollte jeder haben. Sie ist - zumindest in jungen Jahren - weit wichtiger als die private Altersvorsorge", sagt Michael Wortberg, Versicherungsexperte von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

Die Invalidenrente vom Staat ist gering

Der Grund ist simpel: Wer aus gesundheitlichen Gründen seinen Beruf nicht mehr ausüben oder gar nicht mehr arbeiten kann, steht schnell vor dem finanziellen Ruin. Das gilt vor allem, seit sich der Staat aus der Absicherung seiner Bürger gegen Invalidität weitgehend zurückgezogen hat und nur noch Minimallösungen bietet. Seit der Rentenreform 2001 gilt: Anspruch auf eine Berufsunfähigkeitsrente hat nur noch, wer vor 1961 geboren ist. A

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