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Ratgeber Bauen 2015
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Radon

Die Gefahr aus dem Untergrund

Jedes Jahr sterben in Deutschland circa 1.900 Menschen durch das radio­aktive Gas Radon. Trotzdem sind die Ursachen und Zusammenhänge den meisten Menschen unbekannt. Was kann man vorbeugend tun? ÖKO-TEST beantwortet die wichtigsten Fragen.

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08.05.2015 | Was wäre das für ein Aufschrei: 1.900 Verkehrstote mehr pro Jahr - eine Steigerung um mehr als die Hälfte! Die Medien berichten. Politiker und Auto­mobil­clubs fordern Programme zur Verkehrserziehung und Tempo­limits. Millionen Euro werden bereitgestellt.

Doch die 1.900 Menschen, die da jedes Jahr zu Tode kommen, sterben durch die Auswirkungen des natür­lichen Edelgases Radon, sie sterben an Lungenkrebs. Und trotzdem sprechen nur wenige Experten über das seit vielen Jahren bekannte Problem.

Vielleicht ist der Grund dafür, wie durch Radon gestorben wird: langsam und statistisch. Denn einen unmittel­baren Zusammenhang zwischen dem Einatmen von Radon und der Entstehung von Krebs erkennt man nicht. Man kann Radon nicht sehen, nicht riechen, nicht schmecken. Niemand fällt auf der Stelle tot um. Denn das radioaktive Gas wirkt über Jahrzehnte, man stirbt also erst im fortgeschrittenen Alter. Die Zahl der Todesfälle errechnet sich durch wissenschaftliche Studien. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) geht davon aus, dass "in Deutschland ungefähr fünf Prozent aller Lungenkrebssterbefälle pro Jahr durch Radon in Wohnungen verursacht werden". Das macht klar: Radon sollte man nicht vernachlässigen.



Was ist Radon?

Radon (Rn 222) ist ein radioaktives Gas, das durch den Zerfall von Uran entsteht, das überall in der Erdkruste vorkommt. Durch Klüfte und Spalten dringt es an die Erdoberfläche und verteilt sich dort durch die Luftbewegung. So ist die Konzentration in der Außenluft relativ gering. Gemessen wird die Radonkonzentration in Becquerel je Kubikmeter Luft (Bq/m³).

Wie wirkt Radon auf den menschlichen Körper?

Das Gas wird mit der Luft eingeatmet und gelangt so in die Lunge. Da Radon eine Halbwertszeit von rund vier Tagen hat, wird es zum größten Teil wieder ausgeatmet. Die gesundheitliche Gefährdung geht weniger vom Radon selbst aus als von seinen kurzlebigen, radioaktiven Zerfallsprodukten. Diese radioaktiven Isotope der Elemente Polonium, Wismut und Blei lagern sich an in der Luft befindlichen Schwebeteilchen (Aerosole) oder kleinsten Staubteilchen an, gelangen in den Atemtrakt und zerfallen dort vollständig. Dabei entsteht energiereiche, radioaktive Alphastrahlung, die auf die strahlenempfindlichen Lungenzellen (Bronchialepithele) wirkt. Die Strahlung kann das Erbgut der Zellen schädigen, die sich dann zu Krebszellen entwickeln können.

Wann ist das Lungenkrebsrisiko besonders hoch?

Vor allem dann, wenn zusätzlich zur Radonbelastung geraucht

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Seite 34 - 37 im Ratgeber Bauen 2015
vom 08.05.2015
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