- Im Test: 20 parfümfreie Augencremes, gekauft in Drogerien, Onlineshops, Apotheken und Bio-Supermärkten – darunter acht zertifizierte Naturkosmetikprodukte. Alle Produkte ohne Wirkversprechen wie Anti-Aging oder ähnliches.
- Für die teuerste Creme im Test zahlten wir einheitlich auf 15 Milliliter umgerechnet 44,85 Euro, für die günstigste 2,45 Euro.
- Kritik üben wir unter anderem an allergieauslösenden Stoffen und kritischen Silikonen. Viele Produkte schneiden aber auch positiv ab.
- Tipp: Nicht von großen Umkartons in die Irre führen lassen – dahinter verbergen sich gern mal Produkte mit weniger Inhalt, als die Verpackung vermuten lässt.
Wenn es schon eine eigene Creme für die Augenpartie sein muss, dann bitte parfümfrei – für diesen Test haben wir daher ausschließlich Augencremes eingekauft, die ohne Parfüm oder Duftstoffe auskommen. Das macht sie aus unserer Sicht schon mal zur besseren Wahl, denn sie reizen die Augen nicht unnötig mit kritischen Düften.
Jetzt kommt das Aber: In einigen der 20 Augencremes haben wir Stoffe gefunden, die unserer Ansicht nach nicht unter die Augen gehören. Und: Bei fast allen Cremes im Test sehen wir unnötige Umweltprobleme. Stellt sich die Frage: Welche Augencreme ist die beste? Und welche Substanzen kritisieren wir konkret?
Augencremes im Test: Allergieauslöser entdeckt
Das von uns beauftragte Labor ist im Test auf Formaldehyd gestoßen. Formaldehyd/-abspalter werden zum Beispiel als Konservierungsstoffe eingesetzt. In diesen Produkten hätten wir Formaldehyd aber eigentlich gar nicht finden dürfen. Der Grund: Da Formaldehyd Krebs auslösen kann, ist der Stoff in Kosmetik verboten. Mit einer Ausnahme: Einige Konservierungsmittel, die Formaldehyd abgeben können, sind noch erlaubt.
Jedoch ist auf dem Produkt, in dem das Labor Formaldehyd festgestellt hat, kein solches Konservierungsmittel deklariert. Der Hersteller kann sich den Befund auch nicht erklären und schreibt uns: Formaldehyd und Stoffe, die Formaldehyd abspalten können, könne man sowohl in der Rezeptur als auch durch Kreuzkontamination ausschließen.
Wir werten trotzdem ab. Formaldehyd kann schließlich bereits in geringen Mengen die Schleimhäute reizen und Allergien auslösen.
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Darüber hinaus stießen wir auf Chlorphenesin. Dieser halogenorganische Konservierungsstoff kann ebenfalls allergische Reaktionen auslösen. Natürlich müssen Augencremes vor Verkeimung geschützt werden – die anderen Cremes im Test zeigen aber, dass es auch ohne solche kritischen Konservierungsmittel geht.
Kritische Silikone in Augencremes im Test
Ebenfalls etwas, was man nicht in einer Augencreme haben möchte, sind Siloxane. Siloxane sind Bestandteile von Produkten aus Silikon. Sie sind vielseitig einsetzbar und finden sich beispielsweise in Kosmetik. Besonders problematisch sind die Siloxanverbindungen D4, D5 und D6. Alle drei listet die europäische Chemikalienagentur (ECHA) als "besonders besorgniserregende Stoffe".
Auf einer Inhaltsstoffliste, kurz INCI-Liste, fanden wir direkt an erster Stelle Cyclopentasiloxan, kurz D5. Laut der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) steht es im Verdacht, schwer abbaubar, toxisch und bioakkumulierend zu sein – der Stoff könnte sich also in lebenden Organismen anreichern. Diese Umweltaspekte werten wir im Testergebnis Weitere Mängel ab.
Siloxan D4 ist möglicherweise reproduktionstoxisch
Wir haben aber noch genauer hingesehen: Da D5 mit dem Siloxan D4 verunreinigt sein kann, haben wir das Produkt im Labor auf D4 untersuchen lassen und wurden tatsächlich fündig. Das Problem: D4 ist ebenfalls schwer abbaubar und reichert sich in Organismen an, ist zudem als reproduktionstoxisch eingestuft – es steht also im Verdacht, die Fruchtbarkeit zu beeinträchtigen.
Sein Einsatz ist deshalb in Kosmetik verboten. Nur technisch unvermeidbare Spuren dürfen enthalten sein. Unserer Ansicht nach sollten Hersteller dafür sorgen, diese Verunreinigungen ganz auszuschließen. Deshalb werten wir den D4-Befund im Testergebnis Inhaltsstoffe ab.
Zu den Siloxanbefunden kommen PEG-Verbindungen in der Rezeptur dazu – keine gute Mischung, denn von diesen Verbindungen können viele die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen.
Verpackung vieler Augencremes im Test ist nicht die beste
Kritisch sehen wir es außerdem, dass die Hälfte der konventionellen Augencremes im Test Kunststoffverbindungen in der Rezeptur einsetzt. Diese können schließlich schwer abbaubar sein und das Abwasser und die Umwelt unnötig belasten. Hier schneiden die zertifizierten Naturkosmetikprodukte besser ab, da sie keine Kunststoffverbindungen enthalten dürfen.
Darüber hinaus sind die meisten Produkte im Test in Kunststoff oder Aluminium verpackt. Nur ein einziger Hersteller konnte uns belegen, dass dafür über 30 Prozent Verpackungsmaterial aus dem Wertstoffkreislauf eingesetzt werden.
Ebenfalls lediglich eine Augencreme kommt ohne unnötigen Umkarton aus, der kein Glas schützt. Fazit hier: Beim Thema Umweltschutz sollten viele Augencremehersteller aus unserer Sicht umdenken.
Glimmermineral Mica in einer Augencreme
Wenn in einer Creme das Glimmermineral Mica eingesetzt wird, dann wollen wir von den Herstellern wissen, woher es stammt, um Kinderarbeit beim Abbau ausschließen zu können. Lediglich eine Creme hatte das Mineral deklariert – leider gab uns der Hersteller keinerlei Rückmeldung dazu. Durch die fehlende Transparenz können wir Kinderarbeit nicht ausschließen, daher werten wir das Produkt im Testergebnis Weitere Mängel ab.
Augenpartie richtig pflegen: Sollte man Augencreme einklopfen?
Die Haut in der Augenpartie ist deutlich dünner und empfindlicher als im Rest des Gesichts. Da dort weniger Talgdrüsen sitzen, dehydriert sie auch schneller. Heißt: Die Haut wird trocken, wodurch bei einigen Menschen Trockenheitsfältchen entstehen können. Um der Haut Feuchtigkeit zurückzugeben, ist es entsprechend sinnvoll, sie regelmäßig einzucremen.
- Dermatologin Dr. Uta Schlossberger empfiehlt, die Augenpartie genau wie den Rest des Gesichts einmal täglich einzucremen. Altersfältchen könne eine Creme zwar nicht bekämpfen, die Haut ab 35 Jahren bedürfe aber mehr Pflege – hier könne man bei Bedarf also auch zweimal eincremen.
- Die Dermatologin empfiehlt, die empfindliche Haut mit Klopfbewegungen einzucremen. "Das hat auch einen Lymphdrainage-Effekt – also auch Schwellungen kann man so wegklopfen." Zusätzlich würden sich die kleinen Hautgefäße dadurch öffnen, sodass die Creme besser in die Haut eindringen könne.
- Eine spezielle Augencreme brauche es dafür nicht, sagt Dr. Schlossberger. Eine gute Feuchtigkeitscreme für das ganze Gesicht reiche aus – am besten ohne Duft- und Konservierungsstoffe.
- Silikone erkennt man bei konventionellen Produkten übrigens an den Endungen "-con(e)" oder "-xan(e)" auf der Inhaltsstoffliste.
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