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11 organische Rasendünger im Test

Jahrbuch für 2018
vom 19.10.2017

Rasendünger, organische

Auf Gutdüngen

Organische Rasendünger gelten als "Bio"-Produkte der Branche. Der Test von elf Erzeugnissen zeigt aber, dass viele schadstoffbelastet sind und die Nährstoffangaben auf den Verpackungen häufig nicht stimmen. Tatsächlich sind nur zwei Dünger "sehr gut".

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19.10.2017 | Ein gepflegter Rasen ist das Ziel vieler Gartenbesitzer. Saftig grün soll er sein und frei von Moos: ohne regelmäßiges Düngen kaum möglich. Wer dabei Wert auf ein gewisses Maß an Natürlichkeit legt, ist eventuell mit einem organischen Produkt gut beraten.

Was zeichnet organische Rasendünger aus?

Sie bestehen aus recycelten Pflanzenabfällen und/oder tierischen Materialien wie Hornspänen, Borsten und Knochenmehl. Mikroorganismen zersetzen die jeweiligen Zutaten wie in einem Komposthaufen, wodurch die enthaltenen Nährstoffe nach und nach in den Boden gelangen. Organische Dünger gelten als besonders natürlich und unbelastet. Bei regelmäßiger Ausbringung sollen sie das Nährstoffangebot im Boden über Wochen, Monate und Jahre kontinuierlich erhöhen.

Warum ist Düngen sinnvoll?

Rasen braucht drei Hauptnährstoffe: Stickstoff (N) in erster Linie für das Wachstum und die Färbung, Phosphor (P) als Energieträger und Förderer des Wurzelwachstums sowie Kalium (K), das die Pflanzen unter anderem belastbarer gegen Trockenheit, Kälte und Krankheiten macht. Ergänzend kommen Magnesium (Mg) und Schwefel (S) hinzu. Die Prozentanteile der Nährstoffe sollten auf den Verpackungen deklariert sein.

Welche Mischung ist die richtige für meinen Rasen?

Das lässt sich pauschal nicht beantworten, denn die Nährstoffkonzentration variiert von Boden zu Boden. Dünger sollen nicht zu viele Nährstoffe zuführen, die bereits ausreichend vorhanden sind. Wegen des vergleichsweise langsamen Stoffabbaus sind Überdüngungen bei organischen Produkten zwar unwahrscheinlicher als bei mineralischen, aber nicht ausgeschlossen. Wirklich bedarfsgerechtes Düngen erfordert eine vorherige Bodenanalyse (siehe ÖKO-TEST rät).

Wie lässt sich ein Mangel an Nährstoffen erkennen?

Wächst der Rasen nur noch spärlich und wechselt seine Grünfärbung bereits ins Gelbliche, fehlen ziemlich sicher Nährstoffe. Ein Mangel ist auch wahrscheinlich, wenn sich zwischen den Gräsern andere, eigentlich weniger durchsetzungsfähige Pflanzen ihren Weg bahnen: etwa Gänseblümchen, Löwenzahn oder der Rote Sauerklee.

Wann ist die richtige Zeit?

Die deutsche Rasengesellschaft empfiehlt bei normalem Rasen drei Düngungen pro Jahr: eine im März/April, eine im Juni und eine im August/September. Bei stärkerer Beanspruchung ist unter Umständen eine vierte, besonders kaliumreiche Ausbringung im Oktober ratsam. Auch Gräser im Schatten von Bäumen, die dem Boden Nährstoffe entziehen, benötigen eventuell eine zusätzliche Stärkung. Organische Dünger können unter Umständen bereits im Herbst ausgebracht werden, da ihre Wirkung häufig erst nach mehreren Wochen einsetzt.

Wie viel "bio" steckt in rein organischen Düngern?

Viele Produkte tragen Zusätze wie "bio" oder "100 Prozent natürlich". Eine aussagekräftige Zertifizierung von unabhängiger Stelle existiert aber bislang nicht.

ÖKO-TEST hat sich gefragt, inwieweit organische NPK-Dünger ihr "grünes" Image verdienen. In die Labore gingen insgesamt elf Produkte.

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Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
Wir haben elf organische Rasendünger aus Tier- und Pflanzenmaterial wie Horn, Knochenmehl und Traubenkernen eingekauft. Bei allen handelt es sich um sogenannte NPK-Dünger, die den Boden mit Stickstoff, Phosphat und Kalium versorgen. Das günstigste Produkt kostet pro Kilogramm zwei Euro, das teuerste mit 5,71 Euro pro Kilogramm fast das Dreifache.

Die Inhaltsstoffe
Enthalten die eingekauften Rasendünger Schadstoffe, die über das Grundwasser umweltbelastend sein können? Wir ließen die Produkte unter anderem auf 360 Pestizide, giftige Dioxine, Schwermetalle und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) untersuchen, von denen einige als krebserregend oder krebsverdächtig eingestuft sind. Auch wollten wir wissen, ob in den Düngern krankheitserregende Bakterien wie Salmonellen stecken.

Die Deklaration
Halten die Dünger zumindest grundlegend, was sie versprechen? Wir haben prüfen lassen, inwieweit die analysierten Laborwerte für die Nährstoffe Stickstoff, Phosphat, Kalium, Magnesium und Schwefel mit den entsprechenden Verpackungsangaben übereinstimmen. Außerdem hat uns interessiert, ob die Nährstoffe rechtskonform deklariert sind.

Die Bewertung
Besonders streng werten wir bakterielle Krankheitserreger ab, wenn sie die in der deutschen Düngemittelverordnung formulierte Höchstkonzentration überschreiten. In solchen Fällen ist ein Produkt "ungenügend" und bekommt den Stempel "nicht verkehrsfähig". Negativ auf das Gesamturteil wirken sich auch Pestizide, Schwermetalle und Mankos bei der Produktdeklaration aus.

So haben wir getestet

Deklaration und Wahrheit. Wir haben die Nährstoffanteile der eingekauften Dünger im Labor analysieren lassen und anschließend mit den Herstellerangaben verglichen.

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