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15 Kunstfaser-Bettdecken im Test

ÖKO-TEST September 2016
vom 25.08.2016

Bettdecken, Duo-Kunstfaser

Nicht nur heiße Luft

Dank eines Hohlraums im Innern sollen Duo-Kunstfaserbettdecken besonders gut wärmen, außerdem gelten sie als stark atmungsaktiv. In der Praxis offenbaren die 15 getesteten Produkte Unterschiede. Was die Schadstoffbelastung angeht, können wir 14 Decken mit "gut" und eine mit "sehr gut" empfehlen.

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25.08.2016 | Noch schläft es sich leicht bekleidet recht angenehm. Doch schon bald werden die Nächte wieder kühler und die Decken dicker. Was früher vor allem Daune, Feder oder Naturhaar vorbehalten war, ist längst auch ein Fall für die Kunstfaser. Das industriell gefertigte Material gilt als preisgünstig, besonders atmungsaktiv und gut waschbar. Und auch bezüglich der Isolation hinken Bettdecken mit qualitativ hochwertigen Kunstfaserfüllungen nicht mehr weit hinterher - vor allem als Duo-Decke.

Die Vorsilbe "Duo" kennzeichnet ein Produkt, das aus zwei Decken besteht, die am Rand zusammengenäht sind. Der Hintergedanke: Zwischen den beiden Komponenten bildet sich eine Luftblase, die die Wärme speichern soll.

Viele namhafte Hersteller haben Duo-Bettdecken standardmäßig im Angebot, so auch Billerbeck. Im baden-württembergischen Kraichtal produziert das Traditionsunternehmen zu Spitzenzeiten rund 500 Stück am Tag, ein Großteil davon entfällt auf Produkte mit Polyesterfüllung. Die synthetische Kunstfaser basiert zwar auf Erdöl, hat aber den Vorteil, dass sie in unterschiedlichen Zusammensetzungen mannigfaltige Eigenschaften und Strukturen annehmen kann und sich deshalb speziell auf den gewünschten Verwendungszweck anpassen lässt. Außerdem ist das Füllmaterial ohne Tierquälerei hergestellt.

"Winterbettdecken sollen voluminös sein, damit sie viel Luft einschließen, um zu wärmen, und das bei möglichst geringem Gewicht", sagt Billerbeck-Geschäftsführer Friedrich Ermert. Am besten eignen sich dafür sogenannte Hohlfasern. Ähnlich wie Makkaroni-Nudeln sind diese röhrenförmig, nur dass sie von mehreren Kanälen geringen Durchmessers durchzogen werden. Äußerlich können sie zudem die gekräuselte Form von Spirellis annehmen, was später für die Bauschigkeit der Bettdecke entscheidend ist. Denn werden die Hohlfasern beim Schlafen zusammengedrückt, springen sie danach wie Federn in ihre ursprüngliche Form zurück.

Billerbeck produziert das verwendete Polyester nicht selbst, sondern bezieht es branchenüblich von externen Chemiefaserunternehmen. In großen Ballen angeliefert, erinnert das Rohmaterial zunächst an einen überdimensionierten Wattebausch. Ein Mischer, der "Ballenöffner", zerkleinert es zu groben Flocken. Danach beginnt mit dem "Krempeln" der eigentliche Verarbeitungsprozess. Die bewährte Technik, auch "Kardieren" genannt, entstammt dem klassischen Handwerk und hat den Zweck, aus einem Fasergeflecht ein hauchdünnes, einheitliches Vlies zu erzeugen. Das Grundprinzip ist seit Jahrhunderten unverändert, nur dass heute Krempelmaschinen den kräftezehrenden Teil der Arbeit verrichten.

Abgewogen und gleichmäßig auf einem Rollband verteilt, laufen die geflockten Fasern in ein komplexes Walzwerk ein. Die jeweils gegenüberliegenden Walzen drehen sich entgegengesetzt und sind mit winzigen Häkchen ("Garnituren") versehen, an denen das Material hängen bleibt. Nach und nach wird das Gewebe durch die gegenläufige Richtung der Walzen immer weiter auseinandergezogen und verfein

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Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
Wir haben Fachgeschäfte, Kaufhäuser und Onlineshops aufgesucht und insgesamt 15 wintertaugliche Duo-Bettdecken aus Kunstfaser erstanden. Mit zwei Ausnahmen besteht die Füllung aller Produkte ausschließlich aus Polyester, die Bezüge sind weiß und meist aus Baumwolle. Das Standardmaß ist 135 x 200 Zentimeter, lediglich die Modern Living Einziehdecke Warm Duo und Billerbeck Basic Allegro 520 Duo (je 135-140 x 200 cm) sowie die Rödtoppa Decke, besonders warm (140 x 200 cm) weichen leicht davon ab. In der Auswahl enthalten sind Produkte wichtiger Markenhersteller; die teuerste Decke kostet 179 Euro, die günstigste ist bereits für 19,99 Euro zu haben.

Der Schlafkomfort
Unter welcher Decke ist es am angenehmsten? Wer sich im Winter ins Bett kuschelt, will schließlich weder frieren noch schwitzen. Erstens haben wir deshalb testen lassen, in welchem Maße die eingekauften Produkte isolieren beziehungsweise wärmen. Zweitens hat uns interessiert, wie stark sie Wasserdampf abführen. Und drittens wollten wir wissen, ob die Bettdecken über die üblichen Ausdünstungen hinaus auch in der Lage sind, Feuchtigkeit in Form von Schweiß zu speichern. Die Ergebnisse sind in der Tabelle aufgeführt.

Die Inhaltsstoffe
Welche Decken ermöglichen den gesündesten "Winterschlaf"? Verschiedene Labore haben unsere Produktauswahl auf problematische Chemikalien und Elemente überprüft: Halogenorganische Verbindungen können beim Bleichungsprozess entstehen und als Rückstände im Textil verbleiben. Einige davon gelten als krebs- oder allergieauslösend. Dem umweltschädigenden Waschmittel-Hilfsstoff Nonylphenolethoxylate und einigen Phthalaten, die als Weichmacher verwendet werden, wird eine hormonelle Wirksamkeit nachgesagt. Das bei der Polyesterproduktion eingesetzte Halbmetall Antimon reizt die Haut und Schleimhäute.

Weitere Mängel
Stecken in den Verpackungen PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen? Unnötige Umweltbelastungen werden von uns mit einem Punktabzug belegt. Aus gleichem Grund führen optische Aufheller ohne Hautkontakt zu einer Abwertung.

Die Bewertung
Vor allem erhöhte Rückstandsmengen von Antimon finden sich in fast allen Bettdecken und führen zur Abwertung. Abzüge unter Weitere Mängel gibt es für optische Aufheller. Bezüglich des Schlafkomforts beschreiben wir lediglich die klimatischen Materialeigenschaften und verzichten auf eine Bewertung mit Noten. Die Testwerte verstehen sich nur als Richtschnur - schon allein deshalb, weil das Wärme- und Kälteempfinden von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist.

So haben wir getestet

Handarbeit: Bei anderen Modellen werden die Vliese und Bezüge in Rahmen gespannt und dann vernäht.

So haben wir getestet

Maschinell: Gekrempelt und geschichtet sind die Vliese bereits, nun erhalten sie einen Bezug.