Maul- und Klauenseuche: Keine Gefahr durch hitzebehandelte Milch von infizierten Tieren

Autor: Michelle Sensel | Kategorie: Essen und Trinken | 27.02.2025

Die Maul- und Klauenseuche wird nicht über Milch übertragen.
Foto: poomsak suwannasilp/Shutterstock; Heiko Kueverling/Shutterstock

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat nach dem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche geprüft, ob es für Menschen gefährlich ist, pasteurisierte Milch von infizierten Tieren zu trinken – und gibt Entwarnung.

Für Menschen besteht keine Gefahr, wenn sie hitzebehandelte (pasteurisierte) Milch von Tieren trinken, die mit dem Maul- und Klauenseuche-Virus (MKS) infiziert sind. Das geht aus einer aktuellen Bewertung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) hervor. Auch Erzeugnisse aus pasteurisierter Milch wie Joghurt, Milchpulver oder Säuglingsnahrung und daraus hergestellte Produkte wirken sich nach dem derzeitigen Wissenstand nicht negativ auf die Gesundheit aus.

Hitze verringert Virusmenge

Grund ist, dass die Hitzebehandlung der Milch und Milchprodukte die enthaltene Virusmenge stark verringere. Das sei bereits in verschiedenen Untersuchungen belegt worden. "Die Tatsache, dass bisher keine Infektionen und Erkrankungen des Menschen über den Verzehr von pasteurisierter Milch und Milcherzeugnissen bekannt sind, weist darauf hin, dass hierdurch die Virusmenge weit unter die minimale Infektionsdosis für den Menschen gesenkt wird", heißt es dazu vom BfR.

Infektionen beim Menschen sehr selten

Infektionen mit dem MKS-Virus beim Menschen kämen grundsätzlich sehr selten vor, verliefen mild und würden vollständig ausheilen. Zwischen 1921 und 1997 seien weltweit nur etwa 40 Infektionsfälle bekannt geworden. Auch bei einem großen MKS-Ausbruch im Jahr 2001 in Großbritannien mit über 2.000 Ausbrüchen seien Menschen nicht infiziert worden, trotz erhöhter Überwachung.

Bei den bekannten Fällen infizierten sich Menschen durch direkten Kontakt zu erkrankten Tieren in der Tierhaltung, beim Schlachten oder bei der Impfstoffherstellung. Ein weiterer Fall sei auf einen Selbstversuch zurückzuführen. Dabei tranken drei Tierärzte an vier aufeinanderfolgenden Tagen jeweils 250 ml hochbelastete, nicht-pasteurisierte Milch. Es sei laut BfR daher davon auszugehen, dass nur die Aufnahme sehr hoher Virusmengen in Einzelfällen zu Erkrankungen führen kann.

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