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Spezial Umwelt 5: 2011
vom

Abfall

Für die Tonne

Durch hohe Recyclingraten spart Deutschland Rohstoffe. Das gilt als ökologischer Erfolg. Noch besser für die Umwelt wäre es allerdings, Abfall zu vermeiden. Doch der Müllberg wächst.

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04.11.2011 | Was vom Konsum übrig bleibt, riecht nicht gut, ist schmierig und schmuddelig. Also schnell in den Abfalleimer damit. Verpackungen kommen in die gelbe Tonne, Restabfälle in die schwarze. Das weiß in Deutschland jedes Kind. Den Bundesbürgern ist Mülltrennung anscheinend in Fleisch und Blut übergegangen. Nach eigenen Angaben trennen 94 Prozent der Deutschen Verpackungen, Glas und Papier "meistens" vom Restmüll, das ergab eine repräsentative Befragung des Bielefelder Marktforschungsinstituts Valid Research im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Verpackung und Umwelt.

In der Praxis siegt allerdings häufiger die Nachlässigkeit: Nach Auskunft des Statistischen Bundesamts wurden im Jahre 2009 nicht über 90 Prozent, sondern lediglich 56 Prozent der Abfälle getrennt gesammelt. Dabei mahnen die Verwerter, sauber zu trennen. Denn je weniger Unbrauchbares sich in den Containern fürs Wiederverwertbare findet, desto einfacher, effizienter und billiger ist das Recycling. Von gebrauchten Dosen, Kunststoffflaschen und Getränkekartons können die Verwertungsbetriebe gar nicht genug bekommen. 274 Kilogramm Siedlungsabfall recycelten sie pro Kopf der Bevölkerung im Jahre 2009.

Die Reise der entsorgten Verpackungen geht zum Beispiel nach Thüringen. Von früh bis spät karren Trucks Verpackungsmüll aus ganz Deutschland nach Eisfeld, wo das Unternehmen Schwarzataler Kunststoff und Recycling seinen Sitz hat. Lkw-weise wird das Sammelgut in der Eingangshalle abgekippt und von dort geht es direkt auf die Sortierbänder.

Es wird gewaschen, getrocknet, geschreddert und vollautomatisch in die verschiedenen Materialfraktionen getrennt: Im Schwimm-Sink-Verfahren wird schwere von leichter Folie separiert, ein starkes Gebläse entfernt Papierreste und Etiketten. Ein Magnetabscheider fischt Metallteile wie Draht und Kronkorken aus dem Kunststoff. Infrarotgeräte identifizieren verschiedene Polymere und separieren sie, zum Beispiel Polypropylen (PP) und Polyethylenterephthalat (PET). In sogenannten Extrudern werden die Kunststoffe erwärmt, gepresst und zum Schluss granuliert.

Müll ist Milliarden wert

Das Ergebnis des Hightechprozesses ist eher unscheinbar: winzige Kügelchen, Scheibchen und Linsen aus sortenreinem schwarzen oder grauen Kunststoff. Dieses Regranulat wird in mannshohe Säcke abgefüllt und verlässt das Werk in Richtung Kunststoffindustrie. Die macht aus dem Sekundärrohstoff neue Produkte. Das gewonnene Metall wird an Stahlwerke und Aluminiumhütten verkauft. Reste wie Stäube

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