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Ratgeber: Fair geht vor

Ratgeber Essen 12:2013 mit CD
vom 17.05.2013

Fair geht vor

Viel mehr als nur gerechte Preise

Jeder hat das Recht auf ein menschenwürdiges Leben. Auch daran sollten wir denken, wenn wir das nächste Mal einkaufen. Fair gehandelte Lebensmittel helfen vor allem den Kleinbauern, die sonst in der globalen Wirtschaft das Nachsehen haben.

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17.05.2013 | Angefangen hat alles oft mit einem kleinen Regal, in dem Kaffee aus Nicaragua, Wein aus Algerien und ein paar andere fair gehandelte Produkte zum Verkauf angeboten wurden. Damals, in den 80er-Jahren, wurden sie als Ökos abgestempelt, heute gelten sie als Trendsetter: die Betreiber von Weltläden, die nur fair gehandelte Produkte vertreiben, und ihre Kunden. Inzwischen werden faire Produkte nicht nur in den Weltläden, sondern auch in vielen Supermärkten, Bio-Läden, Kaufhäusern und Drogeriemärkten angeboten.

Fair ist in. 2012 kauften deutsche Verbraucher für 533 Millionen Euro Produkte, die mit einem Fairtrade-Siegel versehen waren. Nach Angaben des gemeinnützigen Vereins Transfair, der hierzulande dieses wichtigste Siegel des fairen Handels vergibt, ist das ein Plus von 33 Prozent. Besonders gut haben sich die Verkaufszahlen bei fair gehandelten Blumen, Bananen und Kaffee entwickelt. Doch es gibt noch viel mehr: Das Fairtrade-Angebot umfasst inzwischen über tausend Produkte, vom Schmuck über Schokolade bis hin zu Fußbällen.

Wer bereit ist, einen höheren Preis für gerecht gehandelte Waren zu bezahlen, der kann - bei Produkten mit seriösen Labeln - davon ausgehen, dass der Aufpreis den Erzeugern in Afrika, Asien, Mittel- oder Südamerika zugutekommt - Leuten, die sonst in der globalen Wirtschaft eher das Nachsehen haben. Doch fairer Handel ist noch mehr: Die Importeure garantieren langfristige Handelsbeziehungen, auf die sich der Landwirt oder die produzierende Genossenschaft verlassen kann. Die nachhaltige und umweltschonende Bewirtschaftung des Landes spielt ebenso eine Rolle wie menschenwürdige Arbeitsbedingungen, das Verbot von Kinderarbeit und demokratische Beteiligungen bei Entscheidungen. Zusätzlich zu den höheren Preisen, die immer über denen des Weltmarktes liegen, gibt es noch einen Fairtradebonus, der der Gemeinschaft zugutekommt und beispielsweise in medizinische Versorgungs- oder Bildungseinrichtungen investiert wird.

Fair verkauft sich besser denn je, doch trotzdem bleibt festzuhalten: Noch ist der Anteil der fair gehandelten Waren am deutschen Markt gering. Kaffee beispielsweise ist das absatzstärkste Fairtrade-Produkt - und erreicht trotzdem gerade mal einen Marktanteil von zwei Prozent. Für einen Latte Macchiato im Café zahlen wir ohne mit der Wimper zu zucken 2,50 Euro und mehr. Die 6 bis 8 Euro, die ein Pfund fair gehandelten Kaffee kostet, sind dagegen so manchem zu viel Geld.

Und längst beschränkt sich die Diskussion über faire Produktionsbedingungen und Abnahmepreise nicht mehr nur auf die Bauern in Mittel- und Südamerika, Afrika oder Asien. In Deutschland wird auch über einen fairen Umgang mit den Produzenten auf der Nordhalbkugel diskutiert - häufig am Beispiel der Milchbauern, die durch Konzentrationsprozesse der Industrie benachteiligt werden. Fair meint hier nicht Armutsbekämpfung, sondern in erster Linie eine Bezahlung, von der die Produzenten auch leben können. Fairtrade International wie auch deren deutsche Organis

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