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Reiswaffeln

So haben wir getestet

Der Einkauf
Zunächst landeten genau die Produkte im Einkaufskorb, die bereits im ÖKO-TEST Reiswaffeln 2012 mit "ungenügend" abgeschnitten hatten, wenn es sie noch gab. Haben die Hersteller die Probleme mit anorganischem Arsen und Acrylamid in den Griff bekommen? Außerdem haben wir weitere bekannte Marken eingekauft, gesalzen und ungesalzen - nur süße nicht. Schön: Es gibt erfreulich viele Bio-Reiswaffeln, sogar mehr als konventionelle.
Die Inhaltsstoffe
Viele Böden und das Wasser in Reisanbaugebieten sind mit Arsen belastet. In Reis steckt oft besonders viel Arsen, weil die Felder mit Wasser geflutet werden und die Reispflanze das Arsen aufnimmt und anreichert. Wir haben zunächst auf den Gesamtgehalt an Arsen, dann auf das besonders giftige anorganische Arsen untersuchen lassen. Acrylamid entsteht, wenn stärkehaltige Lebensmittel hoch erhitzt werden. Weiterhin im Fokus: Mineralöl, das etwa durch in der Produktion eingesetzte Schmieröle oder durch die Verpackung in die Reiswaffeln übergehen kann. Das nierenschädliche Schwermetall Cadmium nehmen die Reispflanzen über ihre Wurzeln aus belasteten Böden auf. Cadmiumhaltige Klärschlämme etwa sind dafür eine Ursache.
Die Bewertung
Anorganisches Arsen über Grenzwert - das kann nur ein "Ungenügend" sein. Das trifft ein Produkt im Test. Für das Fazit "nicht verkehrsfähig" aber sind die Überschreitungen zu knapp. Hier kommt die Messtoleranz der Labormethode ins Spiel. "Gesichert nicht verkehrsfähig" heißt es im Amtsjargon, wenn auch nach Abzug dieser Toleranz der Grenzwert überschritten ist. Auch hohe Belastungen unter dem Grenzwert haben wir streng abgewertet - Arsen ist krebserregend. In Sachen Acrylamid lehnen wir uns an den EU-Richtwert für Getreidebeikost an. Zudem führen viel Cadmium oder Mineralöl zu Punktabzug.

So haben wir getestet

Über das Wasser nimmt der Reis Arsen auf und reichert es in den Körnern an.

Babynahrung, Muttermilchersatz Anfangsnahrung 1

So haben wir getestet

Der Einkauf
Wir haben 17 Muttermilchersatznahrungen in die Labore geschickt, einige davon sind neu auf dem Markt oder werben mit neuen Rezepturen. Alle Nahrungen im Test sind schon für die ganz Kleinen "ab Geburt" ausgelobt. Im Test sind Bio- und Nicht-Bioprodukte vertreten, darunter auch die kostengünstigen Drogerieeigenmarken.

Die Inhaltsstoffe
Muttermilchersatznahrung ist ein hoch verarbeitetes Produkt. Während der Raffination der darin enthaltenen Pflanzenöle können problematische Fettschadstoffe entstehen. Weitere unerwünschte Belastungen, die nach unserer Testerfahrung in Muttermilchersatznahrung vorkommen, sind Rückstände von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln sowie Mineralölrückstände.

Die Weiteren Mängel
Bei Muttermilchersatznahrung ist es uns wichtig, dass die Hersteller Eltern nicht mit Werbeaussagen auf den Verpackungen suggerieren, ihr Produkt hätte Vorzüge gegenüber Muttermilch oder sei genau so gut wie Muttermilch. Durch solche Werbung wurden in der Vergangenheit Eltern getäuscht. Außerdem haben wir überprüft, ob die Zubereitungshinweise vollständig waren.

Die Bewertung
Belastungen mit unerwünschten Stoffen in Muttermilchersatznahrung werten wir streng ab - auch wenn nicht gegen Gesetze verstoßen wird, und einige sich offenbar nach dem aktuellen Stand der Technik äußerst schwer vermeiden lassen. Wir wollen Euch als Eltern die Information an die Hand geben, welche Nahrung "am saubersten" ist.

Babynahrung, Beikostöl

So haben wir getestet

Der Einkauf
In Drogerien und Bio-Supermärkten kauften wir insgesamt sechs Beikostöle. Alle Produkte stammen aus kontrolliert ökologischer Landwirtschaft. Anbieter sind entweder klassische Babynahrungshersteller oder große Bio-Anbieter. Alle Öle bestehen überwiegend aus Rapsöl, einige sind kaltgepresst, wieder andere raffiniert. Damit deckt der Test das Spektrum der angebotenen Beikostöle gut ab. Die Produkte kosten zwischen 2,45 Euro und 4,79 Euro pro 250 Milliliter.

Die Inhaltsstoffe
Säuglinge und Kleinkinder sind besonders empfindlich. Umso wichtiger ist, dass Produkte, die für die besondere Ernährung der Kleinsten gedacht sind, möglichst frei von schädlichen Stoffen sind. Wir haben die Öle in den Laboren umfassend untersuchen lassen. Dabei haben wir uns auf die Stoffe konzentriert, die unserer Erfahrung nach in Ölen häufiger zu Problemen führen. Das sind zunächst die Fettschadstoffe 3-MCPD und Glycidol, die entstehen können, wenn Öle während der Raffination hohen Temperaturen ausgesetzt sind. Weitere Analysen betreffen Schadstoffe, die sich im Laufe der Produktion oder bereits in den Ölsaaten anreichern können, etwa Mineralölkohlenwasserstoffe, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und Weichmacher. Hinzu kommen Analysen auf mögliche Rückstände von Pestiziden. Die Labore fahndeten weiterhin nach ersten Anzeichen eines beginnenden Fettverderbs und prüften die Gehalte der natürlicherweise in Rapsöl vorkommenden Erucasäure, von der gerade kleine Kinder nicht zu viel aufnehmen sollten.

Die Bewertung
Beikostöle, die einen geltenden Grenzwert überschreiten, können nur mit "ungenügend" abschneiden. Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Freiburg hat auf Anfrage bestätigt, dass für Beikostöle der strengere Grenzwert von 1 µg/kg PAK heranzuziehen ist und nicht der Grenzwert für allgemeine Öle und Fette. Besonders kritische sehen wir auch die Belastung mit Mineralölbestandteilen und Weichmachern. Einige dieser Stoffe stehen unter Krebsverdacht, andere können sich im Körper anreichern oder das Hormonsystem schädigen. Es ist ein Armutszeugnis, dass ausgerechnet Anbieter von Babynahrung so schlampig arbeiten, anstatt ein Höchstmaß an Qualität sicherzustellen.

Babynahrung, Getreidebreie

So haben wir getestet

Der Einkauf
Hafer, Dinkel, Weizen, Hirse oder Reis: Das Angebot an Getreidebreien im Regal ist groß. Deshalb haben wir mindestens zwei von jeder Sorte eingekauft. Milchbreie - also solche, die Molke- oder Milchpulver enthalten und nur noch mit Wasser aufgegossen werden - haben wir nicht berücksichtigt.

Die Inhaltsstoffe
Unsere Reistests zeigen immer wieder ein Arsenproblem auf. Darum haben wir auch dieses Mal alle Breie mit Reisanteil auf anorganisches Arsen testen lassen. Tropanalkaloide sind unerwünschte, natürliche Inhaltsstoffe von Pflanzen wie Bilsenkraut oder Stechapfel, die als Beikräuter versehentlich mitgeerntet werden können. Hirse ist wegen der Ähnlichkeit der Samen besonders anfällig, weshalb wir die Hirsebreie im Test darauf untersuchen ließen. Pestizide, darunter auch der Wachstumsregulator Chlormequat, das Schimmelpilzgift Ochratoxin A und Cadmium analysierten die beauftragten Labore in allen Produkten.

Die Weiteren Mängel
Eltern sollten ihren Kindern Breie mit dem Löffel füttern. Wenn Kleinkinder Nahrung mit einer hohen Energiedichte mit dem Fläschchen aufnehmen, steigt das Risiko, dass sie zu viel essen. Außerdem schadet ein zu langes Nuckeln kohlenhydrathaltiger Nahrung den Zähnen. Produkte, deren Anbieter auf Fläschchenfütterung hinweisen, werten wir daher um eine Note ab.

Die Bewertung
Die Prüfer haben in den Getreidebreien hauptsächlich Arsen und Mineralöl in bedenklichen Mengen gefunden. Diese sind demnach auch für die meisten Abwertungen verantwortlich. Aber nur ein Produkt ist mit beiden Schadstoffen belastet. Auch deshalb sind über drei Viertel der Produkte "befriedigend” oder besser.

So haben wir getestet

Völlig überflüssig: Hersteller Kölln Flocken setzt seinem Pomps Kindergrieß Zucker zu. Wir sagen: Das geht gar nicht.

Kinderpudding

So haben wir getestet

Der Einkauf
Kinderpuddings mit bunten Figuren fanden wir in Supermärkten und Discountern. In den Test aufgenommen haben wir außerdem einige Haselnuss-Milchdesserts sowie zwei Puddings aus dem Babykostregal der Drogerien. Gab es unterschiedliche Angebotsformen, wählten wir die kleinsten Bechergrößen aus.

Die Inhaltsstoffe
Die Puddings bestehen hauptsächlich aus Milch, Zucker und Verdickungsmitteln. Weil es im Zuge der Herstellung zu Verunreinigungen etwa mit Schmierstoffen oder Desinfektionsmitteln kommen kann, ließen wir die Produkte auf Mineralöl-Kohlenwasserstoffe und Chlorat untersuchen. In weiteren Laboranalysen ließen wir den Zuckergehalt analysieren. Auf den Zusatz von Aromen und anderen umstrittenen Zutaten prüften wir per Deklaration.

Die Weiteren Mängel
In Laboranalysen ließen wir den Gehalt an Omega-3-Fettsäuren prüfen. Die Omega-3-Fettsäuren sagen etwas darüber aus, wie viel Grünzeug die Kühe, von denen die Milch stammt, zu fressen bekamen. Viel Gras und Heu in der Futterration unterstützen eine artgerechte Tierhaltung. Von den Anbietern wollten wir wissen, ob die Milchbauern vertraglich verpflichtet sind, ausschließlich gentechnikfreie Futtermittel einzusetzen. In diesem Fall baten wir um einen entsprechenden Nachweis. Außerdem sahen wir uns die Angaben auf den Packungen an. Diese sollen informieren, Verbraucher aber nicht in die Irre führen.

Die Bewertung
Babypuddings sind unsinnig, da sie Zucker enthalten. Sie können deshalb bestenfalls mit "mangelhaft" abschneiden. Etwas differenzierter bewerten wir die anderen Puddings, wobei wir einen Becher als Portion und ein dreijähriges Kleinkind zugrunde legen. Stark erhöhte Zuckerwerte führen zu zwei Noten Abzug, erhöhte Werte zu einer Note Abzug. Aromen und Mineralöl ziehen die Noten weiter nach unten ebenso wie eine grünfutterarme und gentechnikhaltige Ernährung der Kühe. Vanilleblüte und der Hinweis "Schmeckt wie selbstgemacht" - ob im Pudding wirklich echte Vanille steckt, ließen wir im Labor überprüfen.