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Mineralwasser, still, Säuglingsnahrung

So haben wir getestet

Der Einkauf
21 kohlensäurefreie Mineralwässer speziell geeignet zur Zubereitung von Säuglingsnahrung haben wir quer durch die Republik eingekauft. Gezahlt haben wir von 13 Cent pro Liter für das Discountwasser bis 1,29 Euro für den Liter Wasser des Sozialprojekts Viva con Agua, mit dem die Trinkwasserversorgung in Entwicklungsländern verbessert werden soll.

Die Inhaltsstoffe
Die Grenzwerte für Mineralwässer, die zur Zubereitung von Babynahrung geeignet sind - insbesondere mit Blick auf die Keimbelastung -, sind strenger als die Regeln für "normales" Mineralwasser. Entsprechend genau haben wir hingesehen. Wasser neigt dazu, Stoffe aus seiner Umgebung zu lösen - etwa aus dem Gestein, das es durchfließt. Mineralien machen das Wasser besonders. Andere Stoffe, wie Schwermetalle, Radionuklide oder Pestizide und deren Abbauprodukte - sind dagegen unerwünscht und zum Teil gesundheitsschädlich.

Die Weiteren Mängel
Die meisten verkauften Flaschen werden nur einmal verwendet; die Mehrwegquote sinkt seit Jahren. Auch die Transportwege, meist per Lastwagen, sind lang. Also haben wir genau geschaut, worin die Wässer angeboten werden. In den verwendeten Verpackungen sollten dann natürlich auch keine bedenklichen Materialien stecken. Schließlich haben wir kontrolliert, ob die angegebenen Mineralienwerte mit den im Labor getesteten übereinstimmen.

Die Bewertung
Was ist "natürliche Reinheit"? Wir nehmen die Mineral- und Tafelwasser-Verordnung beim Wort und wollen, dass rein auch rein heißt. Daher orientieren wir uns im Sinne des vorbeugenden Verbraucherschutzes an den strengsten bestehenden Regelungen. Gerade bei der Strahlenbelastung sind wir sehr streng - schließlich geht es um Säuglingsnahrung.

So haben wir getestet

Einwegflaschen belasten die Umwelt stärker als Mehrweg. Daher werten wir sie deutlich ab.

Stilltees

So haben wir getestet

Der Einkauf
Anlaufstellen für Stilltees sind vor allem Apotheken und Drogeriemärkte; die meisten der ausgewählten Stilltees waren dort erhältlich, andere haben wir online bestellt. Da gerade Mütter ein hohes Gesundheitsempfinden haben, greifen sie vermehrt zu Bio-Produkten. So sind auch fast alle Produkte im Test aus ökologischem Anbau. Die beiden konventionellen Tees enthalten den Tee lose verpackt. Alle anderen sind in Teebeuteln vorportioniert.

Die Inhaltsstoffe
Kräutertees können erheblich mit sogenannten Pyrrolizidinalkaloiden belastet sein. Diese gelten als leberschädigend und krebserregend. Da sie plazentagängig sind und in die Muttermilch übergehen können, ist eine mögliche Belastung in Tees, die für stillende Mütter empfohlen werden, besonders alarmierend. Daneben haben wir die Tees natürlich auch auf Pestizide und Nitrat untersuchen lassen.

Weitere Mängel
Wichtig ist, was drin ist. Stimmt, aber eben auch, was draufsteht. Deshalb haben wir die Stilltees auch danach bewertet, ob alle wichtigen Angaben zur Zubereitung auf der Packung zu finden sind. Als weiteren Mangel werten wir auch, wenn die Tüten, die die einzelnen Teebeutel einschließen, umweltbelastende PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen enthalten.

Die Bewertung
Schon allein wegen ihrer stark erhöhten Pyrrolizidingehalte erhalten zwei Tees die Note "mangelhaft". Alle beide überschreiten den vom BfR empfohlenen Tagestoleranzwert, wenn man davon ausgeht, dass mindestens vier Tassen Tee am Tag getrunken werden. Kommen dann noch erhöhte Pestizidwerte hinzu, wie bei H&S Bio Stilltee für Mütter und Medesign Stilltee, lautet das Gesamturteil "ungenügend".

So haben wir getestet

Das bei uns heimische Jakobskreuzkraut ist eine der Pflanzen, die die Pyrrolizidinalkaloide zum Schutz vor Fressfeinden
produzieren.

Babynahrung, Gläschenkost Gemüsebreie

So haben wir getestet

Der Einkauf

Wir haben insgesamt 18 reine Gemüsebreie eingekauft. Dabei haben wir sowohl Mischbreie als auch sortenreine gekauft. Neben den Bestsellern Hipp, Alete und Co. haben wir auch weniger bekannte Marken wie Sun Baby oder Drogeriemarken in unseren Warenkorb gelegt.

Die Inhaltsstoffe

Bei Karotten im Brei spielt immer krebserregendes Benzol eine Rolle. Mit Cadmium, Chlorat, Perchlorat und Pestiziden, außerdem Nitrat und Nitrit haben wir in der Vergangenheit weitere bedenkliche, darunter sogar giftige Stoffe in Säuglingsnahrung entdeckt. Über die Hygiene bei Produktion, Transport und Lagerung gibt die Gesamtkeimzahl Aufschluss. Wir haben Speziallabore beauftragt, nach all diesen Parametern in den Breien zu suchen. Anhand der Deklaration haben wir errechnet, wie viel Gemüse im Brei steckt.

Die Weiteren Mängel

Wir wünschen uns umfängliche, klar verständliche Informationen zum Inhalt. Darum haben wir nachgeschaut, was die Anbieter auf ihre Etiketten drucken. Außerdem hat ein Labor die Deckeldichtungen auf PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen hin untersucht.

Die Bewertung

Abzüge gibt es für Benzol und einen geringen Gemüseanteil. Ebenfalls ins Gewicht fallen die Weiteren Mängel, hier vor allem die falschen Gesundheitsversprechen.

So haben wir getestet

Konservierunsstoffe sind in Babygläschen verboten. Damit sollte der Hersteller nicht werben.

Reiswaffeln

So haben wir getestet

Der Einkauf
Zunächst landeten genau die Produkte im Einkaufskorb, die bereits im ÖKO-TEST Reiswaffeln 2012 mit "ungenügend" abgeschnitten hatten, wenn es sie noch gab. Haben die Hersteller die Probleme mit anorganischem Arsen und Acrylamid in den Griff bekommen? Außerdem haben wir weitere bekannte Marken eingekauft, gesalzen und ungesalzen - nur süße nicht. Schön: Es gibt erfreulich viele Bio-Reiswaffeln, sogar mehr als konventionelle.
Die Inhaltsstoffe
Viele Böden und das Wasser in Reisanbaugebieten sind mit Arsen belastet. In Reis steckt oft besonders viel Arsen, weil die Felder mit Wasser geflutet werden und die Reispflanze das Arsen aufnimmt und anreichert. Wir haben zunächst auf den Gesamtgehalt an Arsen, dann auf das besonders giftige anorganische Arsen untersuchen lassen. Acrylamid entsteht, wenn stärkehaltige Lebensmittel hoch erhitzt werden. Weiterhin im Fokus: Mineralöl, das etwa durch in der Produktion eingesetzte Schmieröle oder durch die Verpackung in die Reiswaffeln übergehen kann. Das nierenschädliche Schwermetall Cadmium nehmen die Reispflanzen über ihre Wurzeln aus belasteten Böden auf. Cadmiumhaltige Klärschlämme etwa sind dafür eine Ursache.
Die Bewertung
Anorganisches Arsen über Grenzwert - das kann nur ein "Ungenügend" sein. Das trifft ein Produkt im Test. Für das Fazit "nicht verkehrsfähig" aber sind die Überschreitungen zu knapp. Hier kommt die Messtoleranz der Labormethode ins Spiel. "Gesichert nicht verkehrsfähig" heißt es im Amtsjargon, wenn auch nach Abzug dieser Toleranz der Grenzwert überschritten ist. Auch hohe Belastungen unter dem Grenzwert haben wir streng abgewertet - Arsen ist krebserregend. In Sachen Acrylamid lehnen wir uns an den EU-Richtwert für Getreidebeikost an. Zudem führen viel Cadmium oder Mineralöl zu Punktabzug.

So haben wir getestet

Über das Wasser nimmt der Reis Arsen auf und reichert es in den Körnern an.

Babynahrung, Muttermilchersatz Anfangsnahrung 1

So haben wir getestet

Der Einkauf
Wir haben 17 Muttermilchersatznahrungen in die Labore geschickt, einige davon sind neu auf dem Markt oder werben mit neuen Rezepturen. Alle Nahrungen im Test sind schon für die ganz Kleinen "ab Geburt" ausgelobt. Im Test sind Bio- und Nicht-Bioprodukte vertreten, darunter auch die kostengünstigen Drogerieeigenmarken.

Die Inhaltsstoffe
Muttermilchersatznahrung ist ein hoch verarbeitetes Produkt. Während der Raffination der darin enthaltenen Pflanzenöle können problematische Fettschadstoffe entstehen. Weitere unerwünschte Belastungen, die nach unserer Testerfahrung in Muttermilchersatznahrung vorkommen, sind Rückstände von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln sowie Mineralölrückstände.

Die Weiteren Mängel
Bei Muttermilchersatznahrung ist es uns wichtig, dass die Hersteller Eltern nicht mit Werbeaussagen auf den Verpackungen suggerieren, ihr Produkt hätte Vorzüge gegenüber Muttermilch oder sei genau so gut wie Muttermilch. Durch solche Werbung wurden in der Vergangenheit Eltern getäuscht. Außerdem haben wir überprüft, ob die Zubereitungshinweise vollständig waren.

Die Bewertung
Belastungen mit unerwünschten Stoffen in Muttermilchersatznahrung werten wir streng ab - auch wenn nicht gegen Gesetze verstoßen wird, und einige sich offenbar nach dem aktuellen Stand der Technik äußerst schwer vermeiden lassen. Wir wollen Euch als Eltern die Information an die Hand geben, welche Nahrung "am saubersten" ist.