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ÖKO-TEST September 2015
vom

Naturkosmetik

Die geschminkte Wahrheit

Viele Frauen wollen Kosmetik, die ohne bedenkliche Stoffe auskommt. Produkte, die nicht die Umwelt belasten. Die dank hochwertiger Inhaltsstoffe ihren Preis wert sind. Und die natürlich die Haut gut pflegen und strahlen lassen.

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28.08.2015 | Es gibt Frauen, die schminken sich (fast) nie. Die tragen höchstens mal etwas Wimperntusche und dezenten Lippenstift auf, wenn ein besonderer Anlass ansteht.Und es gibt Frauen, für die es undenkbar ist, ungeschminkt aus dem Haus zu gehen. Die mindestens zehn verschiedene Lippenstifte und doppelt so viele Nagellackfarben im Badezimmer stehen haben und jeden Morgen akribisch an ihr Gesicht herangehen.

Zu Letzteren gehörte auch Annie Garau. Allerdings fand die 20-jährige Amerikanerin, dass sie für ihren Geschmack zu viele Stunden vor dem Spiegel verbrachte und dort mit sich haderte: eine komische Nase, zu blasse Haut, kleine Augen, dünne Lippen. Mit Concealer, Eyeliner, Rouge und Lipgloss ließ sich zwar einiges verändern. Doch stellte die junge Frau fest, dass zwar ihre Make-up-Kollektion wuchs, ihr Selbstbewusstsein dagegen nicht.

Die Studentin begann sich zu fragen, ob das Make-up nicht vielleicht ein Teil ihres Problems war. Wenn Frauen dauernd mit ihrem Aussehen unzufrieden sind, wie könne man dann erwarten, dass sie selbstbewusst und zuversichtlich nach guten und einflussreichen Jobs strebten? Der Gedanke drängte sich ihr auf, ob die Zeit und Energie, die Frauen auf ihr Äußeres verwenden, nicht verschwendetes Potenzial sei? Und deutete nicht die häufige Verwendung von Lidschatten und Co. vielleicht sogar darauf hin, dass Frauen sich eigentlich nicht mögen?

Um der Sache zumindest für ihre Person auf den Grund zu gehen, startete Annie Garau einen Selbstversuch: Ein ganzes Jahr, von Januar bis Dezember 2014, verzichtete sie auf jegliche Schminke - vom Abdeckstift bis zum Highlighter. "Es geht mir eigentlich nicht darum, das Make-up loszuwerden, sondern darum, das Gefühl loszuwerden, dass ich mich verändern muss, um mich gut zu fühlen", erklärte Garau damals.

Sie gibt durchaus zu, dass sie zumindest anfangs oft nahe dran war, das Experiment abzubrechen. Auf Partys fühlte sie sich unattraktiv und hatte das Gefühl, dass sich weniger Männer mit ihr unterhielten als normalerweise. Sie war neuen Bekanntschaften gegenüber weniger aufgeschlossen und vermied es, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

Doch nach einiger Zeit, so beschreibt sie es auf der Internetseite www.kentucky.com, "war ich zwar mit meinem Äußeren nicht wirklich glücklicher, aber ich dachte nicht mehr so viel darüber nach". Zudem habe sie "es maßlos überschätzt, wie viele Gedanken sich andere Leute über mein Aussehen machen".

So weit wie die junge amerikanische Studentin testet sich kaum e

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