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27 Basislebensmittel im Test

ÖKO-TEST Januar 2015
vom 29.12.2014

Basislebensmittel

Kochbar

Wer im neuen Jahr öfter selber kochen möchte, braucht vor allem eines: gute Zutaten. Grund genug, eine kleine Auswahl wichtiger Basiszutaten zu testen. Das Ergebnis ist ermutigend: Von 27 Produkten können wir 14 rundum empfehlen.

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29.12.2014 | Jeden Abend das gleiche Spiel: Der Magen hängt in den Kniekehlen, die Laune ist auch nicht viel besser und im Kühlschrank herrscht Flaute. Also doch wieder in das Tiefkühlfach greifen und die Pizza oder das Nudelgericht aus der Aluschale im Ofen aufbereiten? Viel schöner wäre natürlich ein frisch zubereitetes Essen. Aber wo anfangen, wenn einem das Kochen nicht gerade leicht von der Hand geht und Zeit, Ideen und Zutaten fehlen?

Unterstützung im Alltag versprechen spezielle Onlinelieferdienste, die derzeit wie Pilze aus dem Boden schießen und Zutaten für komplette Mahlzeiten bis an die Haustür liefern. Vorreiter dieses neuen Trends ist der Anbieter KommtEssen (www.kommtessen.de). Ursprünglich in Schweden gegründet, kam das Unternehmen 2010 nach Deutschland. Heute beliefert KommtEssen Hungrige in rund 30 Städten per Kühlauto und bundesweit über Kurierdienste. Andere Anbieter sind beispielsweise Hellofresh (www.hellofresh.de) oder Kochzauber (www.kochzauber.de).

Die Lieferdienste arbeiten nach ähnlichen Konzepten: Sie offerieren eine Auswahl an Kochboxen für eine oder mehrere Mahlzeiten - zum Beispiel klassisch, vegetarisch oder für Familien. Nach der Bestellung wird die Ware per Kurierdienst ausgeliefert. KommtEssen und Hellofresh etwa liefern an zwei Tagen pro Woche - entweder vormittags oder abends. Wer nicht zu Hause ist, kann die Box an einem zuvor bekannt gegebenen Platz abstellen oder an einen Paketshop liefern lassen.

Alle Anbieter versprechen einen einwandfreien Versand und eine ausreichende Kühlung der Produkte. Mitgeliefert werden die passenden Rezepte. Teils wird auf mehr oder weniger große Anteile an Bio-Produkten geachtet.

All das hat natürlich seinen Preis. So zahlt man bei KommtEssen für die Wochenbestellung von fünf Essen 87 Euro. Umgerechnet auf die veranschlagten vier Portionen pro Essen sind das 4,35 Euro pro Person. Wer auf teure Zutaten verzichtet, kann den Preis auf 3,94 Euro drücken. Hellofresh gibt einen Mindestpreis von 4,50 Euro pro Gericht an, während man für ein Essen von Kochzauber mit mindestens 4,16 Euro rechnen muss. Die Versandkosten sind in der Regel im Preis enthalten. Obendrauf kommen allerdings noch die Kosten für Zutaten aus dem heimischen Vorrat wie Olivenöl, Mehl, Sahne oder Gewürze - Summa summarum ein recht teures Vergnügen für das Plus an Bequemlichkeit.

Die Onlinelieferdienste sind daher auch nur selten eine Lösung für jeden Tag, zumal sie lediglich das lästige Planen und Einkaufen abnehmen. Auch wir können die ultimative Lösung nicht aus dem Hut zaubern, möchten Ihnen aber zehn Rezepte aus der Redaktion vorstellen, die schon so manchen Abend gerettet haben.

Wichtige Zutaten, die Sie zum Zubereiten unserer Rezepte brauchen, haben wir wie gewohnt den strengen ÖKO-TEST-Kriterien unterzogen. Eingekauft wurde in Supermärkten, Discountern und Bio-Läden. Dabei stammt gut die Hälfte der Produkte aus ökologischer Erzeugung. In den Laboren standen hauptsächlich Schadstoffanalysen auf dem Programm.

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Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
Aus der Vielzahl möglicher Lebensmittel wählten wir neun Gruppen aus, darunter Basisprodukte wie Kartoffeln, Reis und Nudeln. Hinzu gesellten sich Möhren, das Saisongemüse Rote Bete sowie Suppengemüse. Für die nötige Würze beim Kochen sorgen die ebenfalls eingekauften Kräuter, getrockneten Tomaten und Knoblauch. Insgesamt wurden drei Marken je Produktgruppe ausgewählt, viele sind ökologisch erzeugt. Von den frischen Produkten kauften wir jeweils drei Chargen ein.

Die Inhaltsstoffe
Sämtliche Produkte wurden auf Pestizide geprüft. Bei Kartoffeln, Nudeln und dem Gemüse stand zudem Cadmium im Fokus, da insbesondere Getreide und einige Gemüsesorten stärker mit dem nierenschädlichen Schwermetall belastet sein können. Reis kann dagegen krebsverdächtiges anorganisches Arsen enthalten - dieser Parameter war daher bei den Reisproben obligatorisch. Des Weiteren ließen wir Kartoffeln, Rote Bete, Möhren und Suppengemüse auf Nitrat prüfen. Zumindest Rote Bete kann sehr viel davon enthalten. Schließlich wurden Reis und Nudeln auf Mineralöl untersucht, da Übergänge aus Verpackungen, Druckfarben oder anderen Quellen zu befürchten sind. Die Tiefkühlkräuter prüften wir auf Verunreinigungen mit Perchlorat und Chlorat.

Die Weiteren Mängel
Produkte, die als regional beworben werden, sollten unserer Auffassung nach in einem Gebiet erzeugt, verpackt und vertrieben werden, das einen Radius von maximal 100 Kilometern misst oder höchstens einem Bundesland entspricht. Fehlende Angaben auf dem Etikett erfragten wir bei den Anbietern.

Die Bewertung
Wird mehr Cadmium oder Nitrat pro Portion aufgenommen als aus gesundheitlicher Sicht akzeptabel ist, führte dies zu teils stärkeren Abzügen. Ähnlich kritisch sehen wir Befunde an anorganischem Arsen. Hier werteten wir bereits ab, wenn die Gehalte mehr als ein Viertel des kürzlich von der UN-Organisation Food and Agriculture Organization (FAO) herausgegebenen Höchstwertes betragen. Rechtlich bindend ist dieser Wert aber noch nicht.

So haben wir getestet

Für die Analyse von Cadmium wurden die ungeschälten Kartoffeln zunächst in einem Mixer homogenisiert und dann der Messung mit dem ICP-Massenspektrometer zugeführt.