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16 Interdentalbürsten und Dental-Sticks im Test

Jahrbuch für 2017
vom 20.10.2016

Interdentalbürsten und Dental-Sticks

Neue Bürsten kehren gut

Interdentalbürsten und Dental-Sticks sind längst nicht in aller Munde. Dabei leisten diese Produkte einen wichtigen Beitrag zur Zahnpflege. Im Test haben sämtliche Reiniger mit "sehr gut" oder "gut" abgeschnitten. Zu bemängeln sind die schlechten Borstenabrundungen.

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20.10.2016 | Hand aufs Herz: Wann hatten Sie denn zuletzt eine Interdentalbürste oder einen Dental-Stick in den Fingern? Haben Sie überhaupt jemals Ihre Zahnzwischenräume mit einer dieser speziellen Bürstchen von Speiseresten, Plaque oder Karies befreit? "Besonders die Zahnzwischenräume sind als Nistplätze für Bakterien anfällig", erklärt Professor Petra Ratka-Krüger. Zähneputzen mit einer herkömmlichen Elektro- oder einer Handzahnbürste allein reiche für eine gründliche Reinigung oft nicht aus. "Im Interdentalraum kann nach dem Zähneputzen noch Plaque verbleiben und Gingivitis oder Parodontitis auslösen", sagt die Leiterin der Sektion Parodontologie in der Abteilung für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie an der Zahnklinik Freiburg. Zurückbleibende Speisereste können Fäulnisbakterien bilden, die für üblen Mundgeruch und Entzündungen verantwortlich sind. Ein stark entzündetes Zahnfleisch kann sich zurückbilden und zu vorzeitigem Zahnverlust führen. Zahnmediziner wie Ratka-Krüger empfehlen deshalb die zusätzliche Anwendung von Interdentalbürsten, Dental-Sticks oder Zahnseide.

Welche Zusatzpflege die effektivere ist, lässt sich nicht eindeutig sagen. Einige Studien sprechen für die Interdentalbürste: So konnte gezeigt werden, dass eine Kombination aus Interdentalbürste und herkömmlicher Zahnbürste zu besseren Ergebnissen führte als die Kombination aus Zahnbürste und Zahnseide. Möglicherweise, bemerkt Ratka-Krüger, könnte dieser Effekt aber auf die etwas umständlichere Handhabung von Zahnseide zurückzuführen sein: "Das Gros der Patienten tut sich mit der richtigen Anwendung von Zahnseide etwas schwer. Das wirkt sich dann auf die Reinigungswirkung aus." Wichtig sei aber, dass überhaupt eines dieser zusätzlichen Zahnpflegeprodukte benutzt wird. Ob man besser mit einer passenden Bürste aus Draht mit Borsten oder einem Produkt aus Kunststoff reinigt, zeigte laut einer Studie übrigens keinen signifikanten Unterschied.

Gerade die Minibürstchen eignen sich aufgrund ihrer Beschaffenheit gut als Ergänzung. Weil sie in verschiedenen Größen und Formen erhältlich sind, füllen sie neben den engeren Zahnzwischenräumen auch die etwas breiteren aus. Zur Auswahl des richtigen Durchmessers sollte man allerdings den Zahnarzt zurate ziehen und nicht auf Verdacht kaufen. Zwar ist der Griff ins Ladenregal schnell getan. Dieser kann sich aber auch schnell als Fehlgriff entpuppen: Während ein zu feines Bürstchen kaum einen Effekt in den Zahnzwischenräumen erzielt, weil es schlicht durchflutscht, kann eine zu dicke Bürste das Zahnfleisch und die empfindliche Papille, also den kleinen Zahnfleischanteil zwischen zwei Zähnen, verletzen.

ÖKO-TEST wollte wissen, wie gut Interdentalbürsten aus Draht mit Borsten beziehungsweise Dental-Sticks aus Kunststoff verarbeitet sind und ob von ihnen möglicherweise ein Verletzungsrisiko ausgeht. Außerdem hat uns interessiert, welche Schadstoffe in ihnen stecken. Deshalb kauften wir im Handel 16 Produkte ein - elf klassische Bürstchen und fünf De

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Im Warenkorb unserer Testeinkäufer landeten neben klassischen Interdentalbürsten auch sogenannte Dental Sticks aus Kunststoff. Insgesamt haben wir 17 Produkte testen lassen: elf Bürsten- und sechs Stickprodukte. Beide Varianten lassen sich zwar nicht direkt miteinander vergleichen. Da manche Verbraucher die Drahtprodukte aber als unangenehm empfinden und deswegen lieber auf die Kunststoffvariante ausweichen, haben wir dennoch beide Produktgruppen in den Test aufgenommen.

Im Labor
Die Bürsten und Dental Sticks wurden von einem Experten unter dem Mikroskop begutachtet, um zu erfahren, ob die Borstenenden ausreichend abgerundet beziehungsweise wie sauber die Kunststoffprodukte verarbeitet sind. In aufwendigen Schadstofftests wurden die Bestandteile aller Produkte dann auf bedenkliche und/oder problematische Inhaltsstoffe überprüft - darunter Phthalate, Ersatzweichmacher, Schwermetalle oder auch zinnorganische Verbindungen. Außerdem wurden die Verpackungen und oft beigefügten Etuis auf umweltschädliche PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen untersucht.

Die Bewertung
Praxistest und Schadstofftest machen je 50 Prozent des Gesamturteils aus. Punktabzüge gab es im Praxistest bei den klassischen Bürstchen für eine schlechte Qualität der Borstenenden. Die Hersteller wenden ein, dass es mit dem derzeitigen Stand der Technologie nicht möglich sei, die feinen Filamente abzurunden. Ein Verletzungsrisiko sehen sie und einige von uns befragte Zahnmediziner zwar nicht. Weil Schädigungen des Zahnfleischs aber auch nicht ausgeschlossen werden können, haben wir aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes abgewertet. Unsauberkeiten bei der Verarbeitung von Dental Sticks wurden ebenso abgewertet wie ein mögliches Verletzungsrisiko durch die Funktionsenden.

So haben wir getestet

Mikroskopaufnahme der Filamente: Keine Interdentalbürste konnte im Test mit ihrer Borstenendabrundung überzeugen.

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