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18 Gemüsebreie im Test

Jahrbuch Kleinkinder 2018
vom 18.01.2018

Babynahrung, Gläschenkost Gemüsebreie

Eins, zwei, Brei!

Erst wenig Monate alt, und schon darf etwas Abwechslung auf Babys Speiseplan stehen. Viele Eltern schwören auf selbstzubereiteten Brei. Wenn's aber schnell gehen muss, greifen viele zur Gläschenkost. Die sollte dann gesund sowie frei von Schadstoffen sein. Die meisten der 18 Gemüsebreie im Test sind empfehlenswert.

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18.01.2018 | Wir haben insgesamt 18 Babygemüsebreie eingekauft und für eine umfassende Analyse auf Schadstoffe hin in die Labore geschickt. Außerdem haben wir uns die Deklarationen auf den Gläschen ganz genau angesehen.

Das Testergebnis

Kein Produkt schneidet bei den Inhaltsstoffen schlechter als mit "gut" ab. Problem hier: Vier Produkte enthalten mehr Benzol, als wir tolerieren mögen. Ferner prahlen viele Anbieter auf den Etiketten mit falschen Gesundheitsversprechen oder werben mit Selbstverständlichkeiten. Zudem stecken in allen Deckeldichtungen der Gläschen PVC/PVDC/chlorierten Verbindungen, sodass nur 2 von 18 Breien "sehr gut" sind; acht sind "gut", sechs "befriedigend". Zwei Babygemüsebreie schneiden lediglich mit "ausreichend" ab.

Alle Gläschen mit Karotte im Test enthalten geringe Mengen an krebserzeugendem Benzol. In mehr als der Hälfte steckt für unseren Geschmack etwas zu viel. Benzol entsteht beim Erhitzen und Sterilisieren der Möhren. Da die Gehalte aber noch immer gering sind, werten wir das gefundene Benzol nur um eine Note ab.

Dass Alpha-Linolensäure wichtig ist und zur Entwicklung von Gehirn und Nervenzellen beiträgt, darf ganz legal auf Beikostgläschen gedruckt werden. Einer der führenden Experten für Kleinkinderernährung in Deutschland, Professor Berthold Koletzko, aber hält davon gar nichts. Die Forschung habe gezeigt, dass diese Aussage zumindest für die in den Gläschen enthaltenen geringen Mengen nicht haltbar ist. Sie sei vielmehr dazu geeignet, uns Verbraucher in die Irre zu führen.

Wenn Gemüsebrei draufsteht, sollte auch Gemüse drin sein. Wenn aber ein großer Teil des Inhalts aus zugesetztem Wasser besteht, werten wir ab. Ehrlich erstaunt waren wir über Humana Zucchini & Kartoffeln. Denn darin enthalten sind gerade einmal 46 Prozent des angegebenen Gemüses. Platz eins der Zutatenliste: Wasser.

Der Zucchini-Kartoffel-Brei von Humana enthält nicht nur rund 50 Prozent Wasser. Auch Reismehl ist hineingerührt. Dabei schreibt Humana extra auf das Etikett, dass kein Verdickungsmittel drin im Brei sei. Das Gleiche steht auf Hipp Kürbis, obwohl Stärke beigesetzt ist. Doch was, wenn nicht verdicken, sollen Stärke und Reismehl? Diese augenscheinlich falschen Informationen werten wir unter Weitere Mängel ab.

Alete bringt es auf den Punkt: "Der Zusatz von Farb- , Konservierungsstoffen und Geschmacksverstärkern ist in Babynahrung laut Gesetz sowieso nicht erlaubt", schreibt der Anbieter sehr richtig auf das Glas Alete Erbsen und Möhrchen. Viele andere Anbieter hingegen preisen auf ihren Etiketten sogar vollmundig an, frei von diesen Zusätzen zu sein. Wir nennen das Werbung mit Selbstverständlichkeiten und ziehen dafür Punkte ab. Doppelt ärgerlich: Auf Alete Pure Pastinake steht nicht - wie bei den Erbsen und Möhrchen - der oben genannte aufklärende Satz, sondern prangt die überflüssige Werbung.

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Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf

Wir haben insgesamt 18 reine Gemüsebreie eingekauft. Dabei haben wir sowohl Mischbreie als auch sortenreine gekauft. Neben den Bestsellern Hipp, Alete und Co. haben wir auch weniger bekannte Marken wie Sun Baby oder Drogeriemarken in unseren Warenkorb gelegt.

Die Inhaltsstoffe

Bei Karotten im Brei spielt immer krebserregendes Benzol eine Rolle. Mit Cadmium, Chlorat, Perchlorat und Pestiziden, außerdem Nitrat und Nitrit haben wir in der Vergangenheit weitere bedenkliche, darunter sogar giftige Stoffe in Säuglingsnahrung entdeckt. Über die Hygiene bei Produktion, Transport und Lagerung gibt die Gesamtkeimzahl Aufschluss. Wir haben Speziallabore beauftragt, nach all diesen Parametern in den Breien zu suchen. Anhand der Deklaration haben wir errechnet, wie viel Gemüse im Brei steckt.

Die Weiteren Mängel

Wir wünschen uns umfängliche, klar verständliche Informationen zum Inhalt. Darum haben wir nachgeschaut, was die Anbieter auf ihre Etiketten drucken. Außerdem hat ein Labor die Deckeldichtungen auf PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen hin untersucht.

Die Bewertung

Abzüge gibt es für Benzol und einen geringen Gemüseanteil. Ebenfalls ins Gewicht fallen die Weiteren Mängel, hier vor allem die falschen Gesundheitsversprechen.

So haben wir getestet

Konservierunsstoffe sind in Babygläschen verboten. Damit sollte der Hersteller nicht werben.

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