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21 Reismarken im Test

Jahrbuch für 2018
vom 19.10.2017

Reis

Voll Korn, voll Arsen

Reis ist doch gesund? Ja und nein. Neben wichtigen Nährstoffen stecken oft Arsen, Mineralöl und Cadmium in den Körnern. Wir haben Basmati, weißen Langkorn- und Vollkornreis untersucht - der Verlierer heißt Vollkorn.

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19.10.2017 | Wir wollten wissen, wie es um die Qualität von Reis steht - und wie Basmati, weißer Langkornreis und Vollkornreis im Vergleich abschneiden. Deswegen haben wir pro Sorte sieben Marken ins Labor geschickt und gewohnt umfangreich auf Schadstoffe untersuchen lassen.

Das Testergebnis

Unterschiede ja, aber so deutlich? Das hätten wir nicht erwartet. Der Basmatireis schneidet "sehr gut" bis "ausreichend" ab, der weiße Langkornreis immerhin noch "gut" bis "ausreichend" und gerade der als gesund geltende Vollkornreis landet klar auf den hinteren Rängen. "Befriedigend" bis "ungenügend" heißt hier das Urteil. Besonders die hohen Gehalte an anorganischem Arsen ziehen den Vollkornreis runter - aber auch die Mineralölgehalte sind nicht ohne. Zudem stecken in einer der Packungen Rückstände von Pestiziden; eins davon liegt sogar über der erlaubten Rückstandshöchstmenge.

Der Basmatireis im Test überzeugt am meisten. Zunächst einmal steckt überall, wo Basmati draufsteht, auch Basmati drin. Das ist nicht selbstverständlich. Schon häufig haben Lebensmitteluntersuchungen ergeben, dass Fälscher am Werk waren und viel zu viel Fremdreis in den Tüten steckte. Deswegen haben wir eine aufwendige DNA-Analyse in Auftrag gegeben, die für alle sieben Sorten ergab, dass es sich um echten Basmatireis vom Fuße des Himalayagebirges handelt. Auffällig: Nur sechs Reise im gesamten Test enthalten lediglich Spuren von anorganischem Arsen - allesamt Basmatireise. Aldi Nord führt die Tabelle mit dem Bon-Ri Basmati Reis an, der als einziger Reis im Test mit "sehr gut" abschneidet.

Vollkornreis enthält viel mehr Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe als weißer Reis. Weil sie alle hauptsächlich in den Randschichten der Körner stecken. Aber in genau diesen Randschichten stecken eben auch Giftstoffe - wie anorganisches Arsen. Den krebserregenden Stoff hat das von uns beauftragte Labor in sechs der untersuchten sieben Vollkornreise in "stark erhöhter" Menge nachgewiesen. Die Reispflanze nimmt Arsen aus dem Boden auf und reichert es an - oft ist auch das Wasser, in dem sie wächst, arsenbelastet.

Vier der Vollkornreise sind zudem mit Mineralöl belastet, drei davon sogar mit aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen (MOAH), die möglicherweise krebserregende Verbindungen enthalten. Wo das Mineralöl herkommt, lässt sich anhand der Untersuchungen nicht sagen. Denkbar sind Einträge aus Verpackungen oder der Produktion. Weil Kartonverpackungen im Verdacht stehen, mineralölhaltig zu sein, verzichten viele Hersteller darauf oder schützen ihre Lebensmittel mit Umverpackungen. Nicht so der Anbieter Mars: Der Uncle Ben's Loser Reis Natur-Reis steckt ohne weiteren Schutz in einer Kartonverpackung.

In den Produkten von Basic und Alnatura stecken zudem erhöhte Mengen von Cadmium. Das Schwermetall nehmen die Reispflanzen über den Boden auf. Dort kommt es zum einen natürlich vor, zum anderen wird es etwa über Düngemittel und Klärschlamm eingebracht. Insgesamt schaffen es von den Vollkornr

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Ist Vollkornreis wirklich gesünder als weißer? Und steckt in Basmatireis eigentlich auch Arsen? Das wollten nicht nur wir, sondern auch unsere Leser wissen. Deswegen haben wir in Supermärkten, Discountern und Bio-Märkten sieben Marken von jeder Sorte eingekauft.

Die Inhaltsstoffe
Anorganisches Arsen ist eine der Hauptbelastungen von Reis. Den krebserregenden Stoff nehmen die Reispflanzen über die Wurzel aus der Erde und dem Wasser auf und reichern ihn an. Außerdem steckt oft Mineralöl in den Körnern - das kann aus den Endverpackungen, aber auch bereits aus Verpackungen der Rohware, wie Jutesäcken, übergehen oder während der Produktion eingebracht werden. Außerdem hat ein von uns beauftragtes Labor alle Reise auf Pestizide und Cadmium untersucht. Ob der Reis so schmeckt und riecht wie er soll, haben fünf geschulte Sensoriker beurteilt.

Die Bewertung
Auch wenn es für unterschiedliche Reissorten unterschiedliche Grenzwerte für anorganisches Arsen gibt, bewerten wir alle gefundenen Gehalte gleich. Denn Arsen in Vollkornreis ist nicht weniger krebserregend als in weißem Reis. Auch Mineralölrückstände werten wir, je nach Höhe und Art der Belastung, ab. Das Gleiche gilt für Cadmium. Leichte sensorische Abweichungen führen zu einer Note Abzug. Wenn in einem Reis mehr von einem Pestizid steckt, als der Gesetzgeber erlaubt, kann das Produkt nur noch mit "ungenügend" abschneiden.

So haben wir getestet

Über die Wurzeln nehmen Reispflanzen Arsen auf und reichern es in den Körnern an, besonders in den Randschichten.

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