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15 Bio-Hundefutter im Test

ÖKO-TEST Januar 2017
vom 28.12.2016

Hundefutter, Bio

Zum Heulen!

In fast jedem fünften Haushalt leben ein oder mehrere Hunde. Und immer öfter kommt Bio-Futter in den Fressnapf. Aber ist bio auch gesünder? Wenn ja, gilt das dann auch für Futter ganz ohne Fleisch?

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28.12.2016 | Fünf Euro für Hundefutter pro Tag. Das ist ganz schön viel. Zu viel, werden viele Hundebesitzer denken. Viel günstiger geht es aber nicht, wenn man seinem Hund Bio-Futter geben möchte, wenige Marken ausgeschlossen. Aber zahlen sich diese Mehrkosten aus? Die Antwort wird knifflig. Denn: Bin ich bereit, mehr zu bezahlen, damit keine Gentechnik zum Einsatz kommt oder damit weniger Zusatzstoffe im Futter landen? Was ist es mir wert, dass das Fleisch im Hundefutter nicht aus Massentierhaltung kommt? Die Zahl an Tieren, die gehalten werden dürfen, ist in Bio-Betrieben begrenzt. Die Tiere haben meist mehr Platz und beim Transport dürfen sie nicht mit Stromstößen angetrieben werden. Faktoren, die das Fleisch verteuern, auch in Bio-Hundefutter, in dem der Fleischanteil auffallend hoch ist.

Ansonsten kommen häufig die gleichen Zutaten zum Einsatz wie in konventionellem Futter, aber eben in Bio-Qualität. So auch "tierische Nebenerzeugnisse". Gemeint sind Schlachtabfälle der Kategorie 3. Dazu zählen unter anderem Schlachtkörperteile wie Euter und Pansen, die "nach dem Gemeinschaftsrecht genusstauglich sind, aber aus kommerziellen Gründen nicht für den menschlichen Verzehr bestimmt sind", schreibt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Alissa Schick vom Prüfverein Verarbeitung, einer Öko-Kontrollstelle, hält den Einsatz von Schlachtkörperteilen in Bio-Hundefutter für sinnvoll: "Bio-Fleisch ist auf dem Markt nur in sehr begrenzter Menge vorhanden. Eine Konkurrenz zu Nahrungsmitteln für Menschen sollte möglichst vermieden werden. Und Schlachtabfälle fallen ja sowieso an." Auch Innereien, Karkassen und Blut zählen dazu. Für Schick kein Problem: "In der Natur fressen Hunde Beutetiere auch mit allem, was dazugehört." Trotzdem vermeiden die meisten Bio-Futterhersteller den Begriff "Tierische Nebenerzeugnisse" auf ihren Verpackungen. Kommen neben Muskelfleisch auch Innereien wie Herz oder Pansen zum Einsatz, werden sie konkret beim Namen genannt. Das hört sich besser an. Ein Blick auf die Zutatenliste gibt Auskunft.

Dort sind auch Zusatzstoffe aufgelistet. Erlaubt ist, was auch in Bio-Lebensmitteln enthalten sein darf. Im Vergleich zu konventionellem Futter ist das viel weniger. Geschmacksverstärker beispielsweise sind prinzipiell nicht erlaubt. Bio-Verbände sind häufig noch strenger als die Richtlinien der nationalen Bio-Standards, die sich an dem EU-Futtermittelrecht orientieren. Anbieter mit dem Bioland-Siegel dürfen beispielsweise keinerlei Aromen zusetzen. In Nassfutter ist zwar auch bei konventionellem Futter der Einsatz von Geschmacksverstärkern und Aromen eher selten. Für den Verbraucher ist das aber schwer abzugleichen, da der Hersteller nicht alle eingesetzten Zusatzstoffe auf der Verpackung angeben muss. Er ist aber verpflichtet, dem Käufer auf Nachfrage alle mitzuteilen.

Die Liste bei Bio-Nasshundefutter ist sehr überschaubar. Nur einzelne Zusatzstoffe, darunter die Verdickungsmittel Xanthan und Johannisbrotkernmehl,

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Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
Wir haben Bio-Hundefutter in Drogerie-, Bio- sowie Heimtiermärkten eingekauft. Auch online haben wir bestellt: Im Internet bieten Hersteller Bio-Hundefutter häufig auch als Veggiefutter an. Ein Drittel unserer eingekauften Produkte ist deshalb komplett fleischfrei.

Ernährungsphysiologie und Schadstoffe
Fett, Kohlenhydrate und Eiweiß: Nicht nur der Mensch, auch der Hund braucht diese wichtigen Bausteine zum Überleben. Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine dürfen ebenfalls nicht fehlen. Deshalb haben wir die Zusammensetzung des Futters im Labor untersuchen lassen. Außerdem schauten wir nach unerwünschten Schwermetallen wie Cadmium und Quecksilber.

Weitere Mängel
Sind die Fütterungsempfehlungen viel zu knapp formuliert? Das EU-Bio-Logo unerlaubterweise abgedruckt? Oder wird das Futter mit besonderen Eigenschaften beworben? Wir haben uns die Beschriftung der Verpackung ganz genau angesehen und das nicht nur, weil die Schrift teilweise sehr klein oder das Etikett falsch geklebt ist.

Die Bewertung
Hundefutter, das ein Anbieter als Alleinfuttermittel auf den Markt bringt, muss alle wichtigen Nährstoffe in ausreichender Menge beinhalten. Bei manchen Nährstoffen ist aber auch eine Überversorgung schädlich. Eine ausgewogene Zusammensetzung des Futters ist daher ausschlaggebend für eine gute Bewertung.

So haben wir getestet

Unsaubere Arbeit: Bei mehreren Dosen verdeckte der Klebefalz Teile der Kennzeichnung.

Video zum Thema

Video

ÖKO-TEST-Magazin 1/2017:

Bio-Hundenassfutter

Zum Heulen!

Das Ergebnis ist nicht gerade tierlieb: Denn die Hersteller haben ein Problem mit der richtigen Dosierung von Vitaminen, Calcium, Phosphor und anderen Nährstoffen. Wenigstens sind Schadstoffe nur in Spuren oder gar nicht zu finden. ÖKO-TEST-Chefredakteur Jürgen Stellpflug mit den wichtigsten Fakten.