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22 Pflegetagegeldversicherungen für  Kinder im Test

ÖKO-TEST September 2011
vom 26.08.2011

Pflegeversicherungen, Pflegetagegeld Kinder

Gut und günstig

Für ganz wenig Geld können Kinder gegen die finanziellen Folgen von lebenslanger Pflegebedürftigkeit durch einen Unfall oder eine schwere Krankheit abgesichert werden. Doch einige Tarife bieten nur scheinbar Sicherheit, wie unser Test zeigt.

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26.08.2011 | Eine Pflegeversicherung für Kinder? Das scheint auf den ersten Blick absurd. Ist es aber nicht. "Existenzieller Invaliditätsschutz über eine Pflegeversicherung ist keine schlechte Idee", sagt Georg Pitzl, Versicherungsberater aus Mering bei Augsburg. Denn die Produkte sind extrem günstig, weil das Risiko, dass das Kind tatsächlich nach Unfall oder Krankheit lebenslang zum Invaliden wird, gering ist. Passiert das Unglück aber, dürften viele Familien schnell finanziell überfordert sein.

Der Grund: Fast immer werden Mutter, Vater oder Verwandte versuchen, ihr behindertes Kind zu Haus zu pflegen. Dann gibt es das Pflegegeld. Derzeit zahlt die gesetzliche Pflegeversicherung je nach Pflegestufe monatlich zwischen 225 Euro und 685 Euro. Ab 2012 steigen die Leistungen auf 235 Euro bis 700 Euro. Um eine auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmte Pflege zu gewährleisten, ist es möglich, den Bezug von Pflegegeld mit der Inanspruchnahme von Sachleistungen zu kombinieren. Trotzdem ist die gesetzliche Pflege keine Vollkaskoversicherung. Sie deckt auf keinen Fall alle Kosten der Betroffenen. So rechnet das Bundesgesundheitsministerium bei Erwachsenen für die Pflege zu Hause mit einer Lücke von 500 bis 2.200 Euro - pro Monat. ÖKO-TEST hat daher gemeinsam mit dem Softwarehaus KVpro.de aus Freiburg 22 Pflegetagegeldtarife unter die Lupe genommen, die kindgerecht in vollem Umfang auch bei Laienpflege zahlen. Sie müssen in der Pflegestufe I mindestens 600 Euro pro Monat leisten, in der Pflegestufe II 1.200 Euro und in der höchsten Stufe III 2.100 Euro. Erhoben wurden die Monatsbeiträge für Kinder, für die mit einem und zwölf Jahren eine Pflegetagegeldversicherung abgeschlossen wird.

Das Testergebnis

Die Beiträge sind sehr niedrig. Je nach Tarif kostet das Kindertagegeld pro Monat zwischen 4,06 Euro im Tarif Premium der HUK-Coburg und 8,12 Euro für PT bei der ERGO Direkt. Umgerechnet gibt es somit eine solide Absicherung der Kinder schon für knapp 50 bis weniger als 100 Euro pro Jahr. Die Beitragsunterschiede haben im Vergleich zu den Leistungsunterschieden, die entstehen, wenn die Tagegelder nicht auch im Pflegefalle regelmäßig den Kostensteigerungen angepasst werden, kaum Bedeutung. Ein Stück teurer sind die Angebote des Münchener Vereins und der Debeka. Bei ihnen wurden bereits Rückstellungen für das Alter berücksichtigt. Einen Beitragssprung, der laut des Marktbeobachter KVpro aus Freiburg in der Regel mit dem 21. Lebensjahr zu ungefähr einer Verdoppelung der Beiträge führt, gibt es hier nicht mehr.

Auszahlungen zwischen 1 und 2,6 Mio. Euro: Entscheidend für die Bewertung der Policen waren die Regelungen zur Dynamisierung. Das heißt, die heute abgeschlossene Höhe des Tagesgeldes muss ohne erneute Gesundheitsprüfung kontinuierlich der Kostenentwicklung angepasst werden. Zwar bieten grundsätzlich alle Versicherer eine solche Anpassung, aber nicht immer im Pflegefall. Der Ernstfall, dass Kinder sehr frühzeitig invalide werden und dann ein ganzes Leben

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