- Im Test: 35 parfümierte Duschgele, darunter elf zertifizierte Naturkosmetikprodukte.
- Die meisten Duschgele sind empfehlenswert.
- Kritik üben wir am künstlichen Moschusduft Galaxolid, dem allergenen Duftstoff Hydroxycitronellal sowie umweltbelastendem Kunststoff und wenig umweltfreundlichen Verpackungen.
Duschen mit Duschgel hilft gegen Stress und Ärger – das haben zumindest 60 Prozent der Frauen und rund 40 Prozent der Männer in einer Umfrage des Industrieverbands Körperpflege- und Waschmittel angegeben.
Etwas mehr der Befragten wünschen sich sogar je nach Stimmung verschiedene Düfte unter der Dusche. Dieser Wunsch wirkt sich natürlich auch auf den Markt aus, und die Auswahl an parfümierten Duschgelen ist entsprechend groß. Doch wie ist es in solchen Produkten um bedenkliche Stoffe bestellt?
Kneipp, dm & Co.: Duschgele im Test
Um das herauszufinden, haben wir 35 parfümierte Duschgele eingekauft und einer umfassenden Laboranalyse unterziehen lassen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Viele Produkte erhalten von uns die Bestnote – darunter auch einige preiswerte Duschgele. So kostet das günstigste "sehr gute" Produkt nur 0,38 Euro pro 250 Milliliter.

Kritischer Duftstoff in Duschgel gefunden
Doch wir sind nicht mit allen Inhaltsstoffen einverstanden. Allen voran kritisieren wir den künstlichen Moschusduft Galaxolid. Der Grund: Die polyzyklische Moschusverbindung reichert sich im menschlichen Fettgewebe und in der Umwelt an und steht im Verdacht, das Hormonsystem zu beeinträchtigen. Im Rahmen des EU-Aktionsplans CoRAP steht die Verbindung deshalb aktuell auch zur Neubewertung an.
Galaxolid ist sehr schwer abbaubar und wurde schon vor vielen Jahren in der Umwelt nachgewiesen – in Flüssen und Klärschlämmen, in der Nordsee und sogar in Muttermilch.
Besonders ärgerlich für Verbraucherinnen und Verbraucher: Galaxolid muss noch nicht in den Inhaltsstoffen aufgelistet werden und versteckt sich aktuell noch hinter dem Begriff "Parfum". Erst ab August 2026 muss die Moschusverbindung in der gemessenen Konzentration als allergener Duftstoff in der Liste der Inhaltsstoffe aufgeführt werden. Dort muss er dann unter dem Namen Hexamethylindanopyran zu finden sein.
Mögliche allergieauslösende Duftstoffe im Überblick
Auch in der Kritik: Der Duftstoff Hydroxycitronellal: Er kann Allergien auslösen.
Einige getesteten Duschgele enthalten weniger potente Allergene, wie zum Beispiel Cumarin, Citral und Geraniol. Diese Duftstoffe führen wir im ePaper zur Information für Menschen mit bekannter Kontaktallergie auf, werten sie aber nicht ab.
Umweltbelastender Kunststoff in Duschgelen
Neben Galaxolid und Hydroxycitronellal gehören aus unserer Sicht auch keine synthetischen Polymere in ein Duschgel. Und doch waren sie vereinzelt deklariert. Die Stoffe sollen einen Film über die Haut legen, damit sie sich geschmeidiger anfühlt. Allerdings können sie auch die Umwelt belasten.
Sofern Kläranlagen sie aus dem Abwasser herausfiltern, können sie mit dem Klärschlamm auf den Feldern landen, mit bislang unklaren Folgen. Fest steht: Es geht auch ohne. Das zeigen viele Duschgele im Test.
Zu wenig Recyclingmaterial in den Plastikverpackungen
Bessere Arbeit könnten einige Duschgel-Hersteller bei den Verpackungen leisten. Weniger als die Hälfte konnte uns ausreichend nachweisen, dass sie mindestens 30 Prozent Plastik aus dem Wertstoffkreislauf (Rezyklat) in ihren Kunststoffflaschen einsetzen. Alles andere werten wir ab, denn Hersteller sollten unserer Ansicht nach möglichst wenig neuen Kunststoff für ihre Verpackungen verwenden.
Das sehen übrigens nicht nur wir so, die Europäische Union schreibt das bald vor: Laut der neuen EU-Verpackungsverordnung müssen Verpackungen wie die der Duschgele ab 2030 aus mindestens 35 Prozent Verbraucher-Kunststoffabfällen bestehen, ab 2040 sogar aus 65 Prozent. Ein Grund mehr, jetzt schon umzudenken.
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