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16 Müslis im Test

Jahrbuch für 2018
vom 19.10.2017

Müsli

Locker-flockig

Müsli "ohne nix" ist für viele die Basis für ein gutes Frühstück - dem Superfoodtrend folgend, inzwischen auch gerne mit Amaranth, Quinoa und Co. Aber wie steht es um die Qualität der Basismischungen? Wir haben 16 Müslis ins Labor geschickt. Und sind - weitgehend - beruhigt.

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19.10.2017 | Müsli ist in, kein Scherz. Wer damit noch immer dunkle Kindheitserinnerungen an zähen Haferschleim verbindet, der sollte sich von Food-Bloggern eines Besseren belehren lassen. Gut, Müsli heißt da "superfood oatmeal bowl" oder "porridge bowl". Und weil bei Haferflocken allein eher wenig Endorphine rumkommen, peppen "Frollein Klein" und "deliciouslyella" ihre Müslis auf, mit - was auch sonst - Superfood.

Den Trend lassen sich natürlich auch die Müslihersteller nicht entgehen. Ein schnödes Basismüsli klingt mit Amaranth, Chiasamen und Quinoa doch gleich viel hipper und gesünder. Aber ist es das auch? Brauchen wir wirklich weit gereistes "Superfood" für unser Müsli? "Ein gesundheitlicher Mehrwert im Vergleich zu heimischen Produkten ist nicht gegeben", sagt Silke Restemeyer von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Auch ein Müsli aus heimischen Zutaten deckt den Nährstoffbedarf ausreichend.

Wir wollten genau wissen, wie es um die Qualität von Basismüslis steht und haben 16 Produkte ins Labor geschickt.

Das Testergebnis

Fast alle von uns getesteten Müslis können wir empfehlen. Nur zwei schneiden schlechter als "gut" oder "sehr gut" ab. Luft nach oben gibt es bei Verunreinigungen mit Mineralöl und, zumindest was die konventionellen Müslis betrifft, beim Thema Glyphosat.

Elf Müslis sind mit Mineralöl verunreinigt - in allen Fällen handelt es sich um die gesättigten Kohlenwasserstoffe MOSH, die sich im Körper anreichern und Organe wie die Leber schädigen können. Die gute Nachricht: Die besonders bedenklichen aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffe MOAH haben die Labore in keiner Probe nachgewiesen. Aber wie kommt Mineralöl überhaupt ins Müsli? Es gibt viele Eintragswege: So können etwa Verpackungen aus Recyclingpapier Mineralöl enthalten, das dann auf die Lebensmittel übergehen kann. Mineralöl kann aber auch bereits in der maschinellen Produktion oder während der Ernte in die Lebensmittel gelangen.

Basismüslis, also wirklich "ohne nix", gibt es fast nur aus ökologischem Anbau. Deswegen sind 14 der getesteten Basismüslis "bio". Und in keinem der Bio-Müslis haben die Labore Rückstände von Pestiziden nachgewiesen. In den beiden Müslis aus konventionellem Anbau hingegen steckt das umstrittene Spritzmittel Glyphosat. Über die Risiken streiten sich die Behörden schon lange: Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit Efsa und die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) stufen das Pestizid als "nicht krebserregend" ein, eine Behörde der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hält es für "wahrscheinlich krebserregend".

Wer ein Basismüsli kauft, erwartet Getreideflocken und Körner, nicht Glukosesirup, Honig, Zucker und Co. Ein Basismüsli zeichnet sich ja gerade dadurch aus, dass man den Zuckergehalt selbst in der Hand hat. Das sehen leider nicht alle Hersteller so. Das mit Abstand süßeste Müsli im Test ist das Allos Vitakorn Amaranth Basis Müsli, in dem vier verschiedene süßende Zutaten stecken. Die gute Nachricht: Die meisten ander

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Basis-Müslis sollten es sein - also Körner- und Getreidemischungen ohne Schnickschnack wie Rosinen, Schokolade und Co. Den Basis-Müsli-Markt dominieren Bio-Hersteller, deswegen landeten 14 Müslis aus ökologischer und nur zwei aus konventioneller Erzeugung in unserem Einkaufskorb.

Die Inhaltsstoffe
Pestizidrückstände sind immer wieder ein Problem in Getreideprodukten. Besonders häufig finden die von uns beauftragten Labore Glyphosat. Mineralöl kann in der maschinellen Produktion oder etwa über Kartonverpackungen aus Recyclingpapier in die Müslis gelangen, deswegen haben wir auf Verunreinigungen mit gesättigten und aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen (MOSH und MOAH) prüfen lassen. Schimmelpilzgifte können schon beim Anbau von Getreide, aber auch während der Lagerung entstehen. Schwermetalle wie Arsen oder Cadmium können die Pflanzen etwa über den Boden aufnehmen.

Die Weiteren Mängel
Stecken PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung? Sie belasten die Umwelt bei Herstellung und Abbau. Irreführende Auslobungen, Werbung mit Selbstverständlichkeiten und andere Deklarationsmängel überprüfen wir anhand der Etiketten. Stützt ein Hersteller seine Aussagen auf eine Studie, haben wir auch diese überprüft.

Die Bewertung
Den Nachweis von Glyphosat werten wir ab, weil es sich dabei um ein besonders bedenkliches Pestizid handelt, das eine Behörde der WHO als "wahrscheinlich krebserregend" einstuft. Auch Mineralölverunreinigungen bemängeln wir - sie haben in Lebensmitteln nichts zu suchen. Wenn ein Hersteller trickst und etwa bei der Werbung auf der Verpackung seines Müslis zu dick aufträgt, werten wir das unter den Weiteren Mängeln ab.

So haben wir getestet

Gespritzt? Ob Pestizide aus dem Getreideanbau ins Müsli gelangt sind, haben wir überprüft.

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