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20 Schokomüslis im Test

ÖKO-TEST September 2015
vom 28.08.2015

Schokomüsli

Hallo meine Süßen!

Einst als gesunde Mahlzeit aus der Taufe gehoben, folgen Müslis längst dem Trend vieler Frühstückscerealien: Sie werden zur Süßigkeit aufgepeppt. Im Test fallen fast alle Schokomüslis mit einem hohen Zuckergehalt auf.

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28.08.2015 | Wenn sich die weiße Milch über die braunen Schokostückchen ergießt, beginnt manch ein Morgenmuffel, egal ob groß oder klein, zu strahlen. Andere am Frühstückstisch rümpfen verständnislos die Nase: Schokolade im Müsli - was soll das denn?

Fertig verpackte Schokomüslis stehen seit Ende der 1970er-Jahre in den Ladenregalen. Der Hersteller, der es nach eigenen Angaben erstmals in größeren Mengen auf den Markt brachte, war die Firma Kölln. Das Elmshorner Unternehmen wirbt auf den Packungen seines Müsli Schoko mit dem Aufdruck "Das Original". Grund für die Neukreation sei damals die Vorliebe vieler Verbraucher gewesen, Haferflocken und Milch gerne mit Kakao zu mischen.

Doch was hat Schokolade überhaupt in der wegen ihrer Ballaststoffe geschätzten Vollwertkost zu suchen? Was den reinen Kakao betrifft, dürften Müslipuristen gerade noch ein Auge zudrücken. Aber Schokolade enthält ja vor allem sehr viel Fett und Zucker. Der hohe Anteil von oft um die 25 Prozent macht aus den Schokomüslis denn auch eher eine Süßigkeit als ein gesundes Frühstück. Der Gesamtzuckergehalt kann 30 Prozent erreichen. Ernährungsexperten warnen vor solch hohen Dosen, nicht nur wegen gesundheitlicher Probleme wie Übergewicht und Karies. Hinzu kommt noch: Zucker suggeriert kurzzeitig ein Sättigungsgefühl, macht aber zugleich regelrecht unersättlich. Man verlangt immer mehr und gibt gleich noch ein paar Löffel von der süßen Speise hinzu. Gut für die Hersteller, schlecht für den Verbraucher.

Schokomüslis enthalten von wenigen Ausnahmen abgesehen keine Trockenfrüchte, die in anderen Müslis für Süße sorgen. Viele werben gar mit dem Aufdruck "ohne Rosinen". Der Zucker kommt hauptsächlich durch die Schokolade hinein. Für eine noch höhere Süße greifen viele Hersteller auch zu Honig oder anderen Zuckerquellen wie Dextrose, Glukosesirup, Fruktose, Gerstenmalz, Maismalz oder Invertzuckersirup. Als wäre das alles nicht schon genug: Mandeln und Haselnüsse werden oft als Krokant oder karamellisiert beigemischt.

Da sich Schoko- im Gegensatz etwa zu Früchtemüslis kaum als gesundes Nahrungsmittel bewerben lassen, treten viele Hersteller die Flucht nach vorn an. Mit Aufdrucken wie "Mit 25 Prozent Schokolade!" unterstreichen sie den hohen Gehalt. Meist wird der Kakao in Form von kleinen Plättchen aus Vollmilch- oder Zartbitterschokolade beigegeben. Ansonsten zeigen sich die Hersteller sehr kreativ und mischen "Reisgrieß extrudiert mit Kakaoüberzug", "Schokomonde und -sterne", Schokocornflakes, -röllchen oder "Chocolate Boons" bei. Häufig kommt noch Kakaopulver hinzu, was die Milch in der Schüssel schön braun werden lässt. Manche Hersteller verkaufen den Kakao als regelrechten Glücklichmacher, mit Werbeaussagen wie: "versüßt das Aufstehen" (Rapunzel Mond & Sterne Müsli) oder "bewirkt ein Glücksgefühl, das in Hochstimmung versetzen kann" (Brüggen Gourmet Schoko Müsli).

Nicht nur Schokolade und Zucker sorgen für Kalorien. Häufig enthalten Schokomüslis auch noch zusätzliche Fette und Öle, insbeso

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Wir haben 20 Schokomüslis eingekauft. Die Zutaten von sechs davon stammen aus zertifiziertem biologischem Anbau, die restlichen sind konventionelle Produkte sowie Eigenmarken von Discountern und Supermärkten.

Die Inhaltsstoffe
Wir haben die Müslis unter anderem auf Rückstände von Pestiziden und Wachstumsregulatoren sowie Mineralöle und Schimmelpilzgifte analysieren lassen. Mineralöle können über die bedruckten Papier- und Kartonverpackungen in die Müslis gelangt sein oder aber auch über Schmieröle, die in der Produktion eingesetzt wurden. Schimmelpilzgifte können schon beim Wachstum auf dem Feld oder aber auch bei der Zwischenlagerung von Getreide entstehen.

Die Bewertung
Wer Müsli kauft, erwartet gesunde Nahrung. In vielen getesteten Produkten ist der Gesamtzuckergehalt jedoch mit bis zu 29 Prozent so hoch, dass die Grenze zur Süßigkeit überschritten ist. Dass es auch besser geht, beweisen vier Bio-Produkte mit Anteilen von sechs bis zwölf Prozent. Abwertungen gab es auch, wenn der Ballaststoffgehalt zu niedrig liegt oder Aromen, Vitamine oder das Spurenelement Eisen zugesetzt sind.

So haben wir getestet

Spuren von sechs Pestiziden fanden unsere Labore im "3 Pauly Schoko Müsli".