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15 Kinderjacken für Herbst und Winter im Test

ÖKO-TEST November 2016
vom 27.10.2016

Kinderjacken, Herbst & Winter

Und raus gehst Du!

Kinderjacken sollen warmhalten und schick sein. Müssen sie häufiger gewaschen werden, weil Kinder sich schmutzig machen, sollten die Stücke Form und Farbe behalten. Alle Produkte, die wir zum Materialtest geschickt haben, schaffen das. Aber nur eine Jacke bleibt auch nach den Schadstofftests mit "gut" empfehlenswert.

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27.10.2016 | Die Tage werden kürzer und kühler. Besonders frühmorgens, wenn Eltern ihre Kinder in den Hort oder den Kindergarten bringen, muss der Nachwuchs dann etwas wärmer eingepackt sein. Bewährt hat sich das sogenannte Zwiebelprinzip, bei dem das Kind mehrere Kleidungsschichten trägt und nach und nach aus seiner Schale gepellt werden kann.

ÖKO-TEST wollte unter anderem von Kindermodedesignern wissen, wie die perfekte Kinderjacke aussehen muss. "Die optimale Jacke bietet ein gutes Maß an Beweglichkeit, hält warm, ist winddicht und bestenfalls wasserundurchlässig", sagt Julie Carol Kohlhoff, die das Bio-Modelabel "Macarons" in Stuttgart betreibt. Eine Kapuze müsse nicht unbedingt dran sein. Es genüge auch ein hoher Stehkragen und ein Mützchen, meint die Mutter dreier Kinder. "Außerdem sollte kein Schnickschnack dran sein. Also Dinge, die außer Optik keinen Mehrwert bieten."

Allerdings stellt Kohlhoff fest: "Eine Allroundjacke für jede Wetterlage gibt es nicht." Ihr Rat an alle Eltern: Wer aufs Portemonnaie schauen muss, sollte eine Jacke kaufen, die viele Funktionen auf einmal bietet. "Wer sich eine Zweitjacke leisten kann, hat da schon etwas mehr Spielraum und kann zu einer etwas leichteren Jacke für mildere Temperaturen greifen, und für kalte Tage zur Daunenjacke oder einer Kombi aus Bio-Merinowolle und Bio-Baumwolle."

Klassische Kinderjacken wie Anoraks bietet "Macarons" nicht an. "Gerade im Bereich der Funktionsjacken und Outdoorbekleidung gibt es Hersteller, die sich jahrelang spezialisiert haben. Denen können und wollen wir nicht das Wasser reichen", sagt Kohlhoff. Das Unternehmen sehe sich als Alternative für diejenigen Eltern, die ihren Kindern statt synthetischen Fasern lieber Naturstoffe anziehen wollen.

Wie sie neue Trends aufspürt, erklärt Kohlhoff so: "Bei uns arbeiten zum Großteil Mütter, die ihre Ideen aus der täglichen Beobachtung ihrer Kinder entwickeln." Beispiel Sammelleidenschaft: Kinder bewahren gerne ihre "gesammelten Schätze" auf, wie etwa Kastanien oder Steine. "Viele Taschen unserer Produkte sind deshalb bis ins Rückteil gearbeitet. Das führt dazu, dass Taschen eine echte Funktion bekommen."

Bequemlichkeit, wetterbedingte Eigenschaften sowie ein schickes Design sind gute Kaufargumente. Aber auch die Robustheit entscheide, sagt Aaron Bittner. "Kinderbekleidung wird üblicherweise nicht lange von einem Kind getragen, dabei aber intensiv genutzt und häufiger gewaschen", so der Produktmanager des Outdoorbekleiders Vaude. Wie lang eine Jacke hält, können Verbraucher aber nicht auf Anhieb erkennen. Andere Funktionen hingegen schon, sagt Bittner, wie etwa leicht bedienbare Reißverschlüsse und Knöpfe, elastische Ärmelbündchen und Reflektoren, um in der Dunkelheit oder bei Dämmerung besser gesehen zu werden. Ein integriertes Namensschild helfe, dass Kinder ihre Sachen nicht verwechseln.

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Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
Die Ansprüche an Kinderjacken sind vielfältig. Weil es keine Jacke gibt, die alle Geschmäcker trifft, haben wir nach unterschiedlichen Modellen Ausschau gehalten: Insgesamt 15 Jacken in den Größen 104 bis 120 umfasst unsere Testpalette, die günstigste kostete 22 Euro, die teuerste 139,95 Euro.

Die Inhaltsstoffe
Um das Eindringen von Feuchtigkeit zu vermeiden, werden häufig die Nähte verschweißt. Darin und an anderen Stellen können PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen stecken. Weil sämtliche Kinderjacken aus Polyester gefertigt sind, haben wir sie auf Antimon untersucht, ebenso wie auf optische Aufheller und andere bedenkliche und/oder problematische Inhaltsstoffe.

Der Materialtest
Eine Kinderjacke soll beim Waschen nicht abfärben oder ausbleichen. Außerdem sollte sie die Farbe behalten, wenn ein Kind mal den Ärmelstoff in den Mund nimmt. Dafür haben wir die Modelle mehreren Farbechtheitsprüfungen unterzogen. Wirbt ein Anbieter mit der Wasserdichtigkeit seines Produkts, machten wir die Probe.

Die Bewertung
Schadstoff- und Materialtests fließen zu jeweils 50 Prozent in die Gesamtnote ein. Abzüge gibt es, wenn die Echtheitsprüfungen nicht den Anforderungen entsprechen. Da aber Schadstoffe nichts in Kinderkleidung zu suchen haben, kann das Gesamtergebnis nicht besser als das Testergebnis Inhaltsstoffe sein.

So haben wir getestet

Namensschilder können Verwechslungen vermeiden. Leider stecken häufig optische Aufheller drin.