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19 Trinkpäckchen im Test

ÖKO-TEST Juni 2016
vom 25.05.2016

Kindergetränke, Trinkpäckchen

Fruchtlos

Bunte Verpackungen mit lustigen Tierfiguren und Früchten: Kindersäfte in Trinkpäckchen sind ein Klassiker für Schule und Freizeit. Mit ihren meist geringen Fruchtanteilen und hohen Zuckergehalten taugen sie allerdings nur bedingt als Ersatz für frisches Obst. Dennoch gibt es empfehlenswerte Produkte, wie unser Test zeigt.

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25.05.2016 | Kinder sind Meister darin, kleinste Mäkel an Früchten aufzuspüren: geringfügige Verfärbungen, winzige Löcher, vermeintliche Wurmspuren. Argwöhnisch wandern ihre Blicke über die Frucht. Auf die Frage, warum sie etwa den leckeren Pfirsich nicht essen möchten, folgt prompt die Antwort: "Da sind so komische Flecken dran."

Eltern können darüber schier verzweifeln. Immer wieder predigen Ernährungsexperten, wie gesund frisches Obst und Gemüse doch für Kinder seien. Und dann das! Nicht wenige Eltern weichen deshalb auf flüssiges Obst aus. Fruchtsaft, egal in welcher Form, ist unter Kindern meist beliebt. Eltern, die ihren Kindern ein Trinkpäckchen mit in den Ranzen geben, machen sich schnell kleine Freunde.

Mit richtigem Obst kann Fruchtsaft zwar nicht mithalten. Doch immerhin steckt in ihm noch einiges an Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen drin, trotz der nicht gerade schonenden Verarbeitungsprozesse wie dem Erhitzen. Selbst die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) findet es in Ordnung, wenn eine der von ihr empfohlenen fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag "durch 200 Milliliter Fruchtsaft ersetzt werden". Wenngleich die DGE auch betont, dass frisches, unverarbeitetes Obst vorzuziehen sei. Denn: "Der Gehalt an bestimmten Inhaltsstoffen ist höher als bei Saft oder Smoothies und die Energiedichte in aller Regel niedriger." Frische ganze Früchte trügen stärker zur Sättigung bei, auch weil durch das Kauen der Vorgang des Essens länger dauere als beim raschen Hinunterschlucken. "Der Verzehr von Convenience-Produkten bedeutet auch einen Verlust von Esskultur", so die DGE weiter. Der Bezug zu natürlichen Lebensmitteln gehe verloren, wenn sie "ausschließlich in (hoch) verarbeiteter Form konsumiert werden".

Fruchtsafthersteller geben sich dennoch reichlich Mühe, ihren Produkten ein natürliches Image zu verleihen. Doch viele Fruchtsaftgetränke für Kinder enthalten gerade einmal zwölf Prozent Fruchtsaft. Eltern sollten deshalb schon sehr genau hinsehen, wie viel Obst wirklich in den Trinkpäckchen steckt. Säfte mit geringen Fruchtanteilen haben zudem meist noch ein weiteres Manko: Der fehlende Geschmack wird häufig mit Zucker und anderen Süßungsmitteln oder Zitronensäure und Aromen ausgeglichen.

ÖKO-TEST hat 19 verschiedene Trinkpäckchen für Kinder eingekauft, um sich einmal genauer anzuschauen, wie viel Frucht, Zucker und Aromen in den Getränken stecken.

Das Testergebnis

Bio liegt vorn. Sieben der getesteten 19 Trinkpäckchen schneiden mit "sehr gut" oder "gut" ab, der überwiegende Teil davon Bio-Produkte. Doch auch unter den konventionellen Erzeugnissen gibt es zwei "sehr gute" Produkte. Sie alle bieten sich als gelegentliche, schnelle und bequeme Alternative zu einer Obstportion an.

Unterschiede im Fruchtgehalt. Fast alle "sehr guten" und "guten" Produkte haben einen Fruchtgehalt von 50 Prozent und mehr. Allein der Hipp Bio-Apfel mit stillem Wasser, Erfrischungsgetränk enthält nur 33 Prozent Fruchtkonzentratgehalt. Er be

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Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
Drollige Dschungeltiere, knuffige Südfrüchte und bekannte Kinderhelden wie Mogli oder Die Maus: Trinkpäckchen für Kinder locken mit bunten Packungen und fruchtigen Versprechen. Wir haben 19 Produkte meist in Mehrfachpacks in Super-, Bio- und Drogeriemärkten eingekauft, darunter Eigenmarken und sieben Bio-Produkte, fünf sind auch für Kleinstkinder ab einem Jahr ausgelobt. Überwiegend handelt es sich um Orangen-, Apfel- und Mehrfruchtsaftgetränke aus Konzentraten, teilweise aber auch aus Direktsaft oder Mischungen mit Früchtetees. Die Portionsgröße der Tetrapaks und Trinkbeutel liegt, abgesehen von drei Ausnahmen, bei jeweils 200 Millilitern.

Die Inhaltsstoffe
Wie viel Frucht und wie viel Zucker stecken wirklich drin? Die von uns beauftragten Labore überprüften die Getränke auf ihren Saftanteil und unterzogen die "natürlichen" Frucht-Aromen einer genauen Analyse, um herauszufinden, ob die Angaben der Hersteller über deren Herkunft auch wirklich zutreffen. Zudem ließen wir die Getränke auf ihren Gesamtzuckergehalt sowie auf Pestizide und Schwermetalle untersuchen.

Die Deklaration
Wir verglichen die vom Labor ermittelten Zuckergehalte sowie die Aromenanalysen mit den Angaben auf den Verpackungen. Die Zutatenlisten klopften wir auf Inhaltsstoffe ab, welche die Qualität der Erzeugnisse mindern, etwa zugesetzte Zitrone, Vitamine und Mineralstoffe sowie umstrittene Konservierungsmittel. Zudem hielten wir Ausschau nach unzutreffenden Angaben auf den Verpackungen.

Die Bewertung
Ob zur Erfrischung in den Schulpausen oder in der Freizeit: Ein guter Fruchtsaft für Kinder sollte möglichst viele natürliche Bestandteile enthalten und möglichst wenig zugesetzte Stoffe. Deshalb basiert das Gesamturteil auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Unnötig viel Zucker, der nicht aus Obst kommt, sowie andere Süßungsmittel, die nur dazu dienen, das Getränk noch süßer zu machen, werten wir ab. Deklarationsmängel führen wir unter den Weiteren Mängeln. Sind es zu viele, verschlechtern sie das Gesamturteil.

So haben wir getestet

Vorsicht, Trick! Nur 43 Kilokalorien? Nein, die doppelte Menge! Die Brennwertangaben beziehen sich auf nur 100 ml und nicht auf das ganze Päckchen.