Startseite
14 Kühlboxen im Test

ÖKO-TEST Juli 2017
vom 29.06.2017

Kühlboxen

Bleib cool!

Früher genügte ein Picknickkorb oder eine Kühltasche. Fährt die Familie heute an den Baggersee, ist die Kühlbox dabei. Der Wunsch: Die Kiste ist außen robust und innen schön kalt. Die Wirklichkeit: Die Kühlleistung von thermoelektrischen Boxen ist nur mittelmäßig. Gute Ergebnisse erzielen schon Passivmodelle.

2113 | 39
Zu diesem Thema ist ein neuer Artikel vorhanden.

29.06.2017 | Nudelsalat - taugt der wirklich für einen Tag am See? Da ist doch Mayonnaise dran, und wenn da mal ordentlich die Sonne draufknallt, kippt der bestimmt ganz schnell. Doch die Familie auf dem Handtuch nebenan lässt ihn sich sichtlich schmecken. Vielleicht liegt es an dem Behältnis, in dem sie ihn mitgebracht hat: eine dieser modernen Kühlboxen, die man entweder an der heimischen Steckdose oder unterwegs im Auto am Zigarettenanzünder anschließen kann.

Thermoelektrische Kühlboxen sieht man - ob beim Picknick, auf der Grillfete, dem Festivalbesuch oder auf dem Zeltplatz - inzwischen häufig. Gegenüber Kühltaschen punkten sie mit einem harten Kunststoffgehäuse. Im Vergleich zu Elektroboxen, die mit Absorber- oder Kompressorgeräten kühlen, sind sie relativ leicht. Sie wiegen zwischen vier und sechs Kilogramm und sind preislich erschwinglich. Geräte mit Absorber oder Kompressor sind wesentlich teurer und ähneln schon kleinen Kühlschränken.

Der Grund für das geringe Gewicht der thermoelektrischen Modelle ist das Peltier-Element, mit dem sie in der Regel ausgestattet sind. Der an der Innenfläche des Deckels angebrachte elektrothermische Wandler funktioniert ohne bewegliche Teile und Kühlmittel und benötigt deshalb nicht viel Platz. Meist nimmt er eine Grundfläche von nur wenigen Zentimetern ein.

Es geht jedoch noch leichter und günstiger: Wer nur gelegentlich Kühlgut mit ins Grüne nehmen möchte, der kann auf ein strombetriebenes Gerät verzichten und stattdessen zu einer passiven Box greifen. In diese legt man - wie bei einer herkömmlichen Kühltasche - zu den Getränken und Lebensmitteln einfach Kühlakkus oder Eis. Ist die Isolierung gut, hält die Kälte darin mehrere Stunden lang vor.

ÖKO-TEST hat acht thermoelektrische und sechs passive Kühlboxen eingekauft und in die Labore geschickt, um sie auf Leistung, Verarbeitung und Inhaltsstoffe prüfen zu lassen.

Das Testergebnis

Überwiegend Mittelmaß: Neun der 14 Produkte schneiden mit dem Gesamturteil "befriedigend" ab, darunter fast alle thermoelektrischen Kühlboxen. Drei "gute" Boxen können wir empfehlen.

Maue Kühlung: Die Anbieter der thermoelektrischen Boxen versprechen viel: Um 15 bis 25 Grad Celsius sollen die Peltier-Elemente die Innentemperatur gegenüber der Umgebungstemperatur absenken können. Doch meist liegt die wirklich erbrachte Leistung um gut ein bis mehrere Grad drunter. Das von uns beauftragte Labor ermittelte nach vier Stunden Laufzeit, angeschlossen an 230 Volt, Werte zwischen 14,4 und 18,7 Grad Celsius. Beim Betrieb mit 12 Volt, das entspricht der Leistung einer Autobatterie, waren es sogar nur zwischen 11,6 bis 18,2 Grad Celsius. Drei thermoelektrische Kisten überzeugten mit ihrer Abkühlleistung: die Produkte Campingaz Powerbox Plus, 28 l, Clatronic KB 3538, 30 l und Outwell Ecocool, 24 l. Als einzige Modelle erreichen sie unter diesem Teilergebnis ein "gut". Der Rest erbrachte nur "befriedigende" bis "ausreichende" Leistungen.

Gut isoliert: Besser sieht es mit der Isolationsf

ÖKO-TEST Juli 2017

Gedruckt lesen?

ÖKO-TEST Juli 2017 ab 4.50 € kaufen

Zum Shop

ÖKO-TEST Juli 2017

Online lesen?

ÖKO-TEST Juli 2017 für 3.99 € kaufen

Zum ePaper

Weitere Informationen

So haben wir getestet
Der Einkauf
Neben passiven Kühlboxen, die Verbraucher wie eine Kühltasche mit Kühlakkus oder Eis füllen, haben sich in jüngerer Zeit strombetriebene Modelle etabliert. Die thermoelektrischen Modelle erzielen ihre Leistung per Peltier-Kühlelement, das über den Zigarettenanzünder im Auto oder eine Steckdose Strom erhält. Da die teuren und schweren Kühlboxen mit Absorbern oder Kompressoren weniger für einen Kurzausflug oder für ein Picknick geeignet sind, haben wir uns beim Einkauf für acht thermoelektrische und sechs passive Kühlboxen entschieden.

Die Gebrauchseignung
Im Praxislabor prüften die Experten alle Boxen auf ihre Isolationsfähigkeit. Sie ermittelten, um wie viel Grad sich die Temperatur des Wassers, mit dem sie sie befüllten, nach vier Stunden Gebrauch erhöhte. Zudem testete das Labor alle Behältnisse auf Stabilität, Verarbeitung und Handhabung. Die thermoelektrisch betriebenen Modelle untersuchten die Experten zusätzlich auf ihre Abkühlleistung, Energieeffizienz und Lautstärke. Da die Boxen mit elektrischen Peltier-Elementen nichts im Regen zu suchen haben, ließen wir nur die passiven Modelle auf Wasserdichtigkeit prüfen.

Die Inhaltsstoffe
Kühlboxen bestehen aus Kunststoff. Die Wände, der Boden und der Deckel haben meist einen Hohlraum, der mit Isoliermaterial aus Polystyrol (Styropor) oder Polyurethan gefüllt ist. Wir ließen die Kunststoffe im Labor auf PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen und giftige Schwermetalle prüfen. Das Isoliermaterial sowie Weichkunststoff- oder Gummibestandteile unterzogen wir einem umfangreichen Schadstoffscreening, das unter anderem Weichmacher und Flammschutzmittel in den Fokus nahm. Weichplastikteile wurden zudem auf krebserregende und krebsverdächtige polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) untersucht.

Die Bewertung
Eine Kühlbox sollte in erster Linie gut funktionieren. Deshalb gewichten wir die Gebrauchseignung in unserer Bewertung mit 70 Prozent. Das Produkt sollte aber auch frei von Schadstoffen sein.

So haben wir getestet

Wie gut ist die Isolation? Im Klimaschrank testeten die Laborexperten, um wie viel Grad sich die Innentemperatur in vier Stunden erhöhte.