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Wandfarbe, grau

Fifteen Shades of Grey

Einst Inbegriff der Tristesse, heute en vogue: 15 graue Innenwandfarben überzeugen in unserem Test mit "gut" und "sehr gut". Zu bemängeln gibt's an der Heimwerkerware nur wenig.

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19.10.2017 | Mit Grau als Wohntrend gelang Loriot in den Achtzigern noch ein absurder Scherz: "Mausgrau, Staubgrau, Aschgrau, Steingrau, Bleigrau, Zementgrau?" So befragt der Komiker in Ödipussi als Raumausstatter ein trauriges Rentnerpaar zu dessen Farbvorlieben. Heute ist die Farbe angesagter denn je.

Das Pantone Institute of Color, das seit den 60er-Jahren einen der weltweit wichtigsten Farbkataloge für Grafiker und Designer herausbringt, deutet das Graurevival als Antwort auf die Finanzkrisen unserer Zeit. Den unaufdringlichen und verlässlichen Grauschattierungen sei seit 2008 ein starkes Comeback über alle Designbereiche hinweg gelungen, erläutert Farbforscherin Laurie Pressman, Vizepräsidentin des US-Unternehmens. Denn Grau drücke ein Bedürfnis nach Sicherheit und Schutz aus - vor der hektischen und chaotischen Gesellschaft, in der wir leben.

Auf Wänden funktioniert das neutrale Grau allein stehend, aber auch als Kontrast, um Farben zum Leuchten zu bringen. Bei aller Gestaltungsfreude können Wandfarben aber auch nicht unerhebliche Risiken für Mensch und Natur in sich bergen. Denn großflächig in Wohnräumen verstrichen, setzen sich Verbraucher ihnen über Jahre direkt aus.

Wie steht's also zurzeit um die Qualität der Farben in Baumärkten? ÖKO-TEST hat 15 streichfertige graue Wandfarben eingekauft und überprüft.

Das Testergebnis

Zwölf Farbgebinde können wir mit "sehr gut" empfehlen. Mit den drei "guten" Grautönen können Sie auch getrost Ihre Wände streichen. Sie sind überwiegend frei von Problemstoffen. Auch die Etiketten sind mittlerweile weitgehend verbraucherfreundlich.

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Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
Wir haben 15 fertig abgemischte graue Wandfarben eingekauft. Die Produkte werden überwiegend von Baumärkten verkauft. Mit Baufix haben wir auch eine Marke im Test, die direkt übers Internet vertrieben wird.

Die Inhaltsstoffe
Wir haben uns gefragt, ob aus den Farben flüchtige organische Verbindungen (VOC) ausgasen können. Zudem wurden die Rezepturen auf bedenkliche oder umstrittene Konservierer wie Formaldehyd und Isothiazolinone hin analysiert. Auch umstrittene halogenorganische Verbindungen standen auf der Fahndungsliste der von uns beauftragten Labore.

Die Deklaration
Wie verbraucherfreundlich gestalten Anbieter die Etiketten auf den Eimern? Sie sollten umfassend über die Farbe und ihre Verwendung informieren: mit vollständigen Angaben zu Inhalts- und Konservierungsstoffen sowie Hinweisen für Allergiker und zur Entsorgung. Auch Antworten darauf, für wie viele Quadratmeter Wand die Farbe ausreicht und wie gut sie hält, sollten die Produkte liefern.

Die Weiteren Mängel
Halten die Farben die Deklarationskriterien des Blauen Engels ein, wenn sie ihn tragen? Ein Labor untersuchte zudem, ob umweltschädigende chlorierte Verbindungen in der Verpackung stecken.

Die Bewertung
Der Schwerpunkt der Bewertung (70 Prozent) liegt auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe, denn Verbraucher sollten sich keine Problemstoffe in die Wohnung streichen. Für diese gab's vorrangig Abwertungen. In diesem Test betrifft es die vermeidbaren VOC. Das Testergebnis Deklaration macht 30 Prozent des Gesamturteils aus.

So haben wir getestet

Mit einem Gas-Chromatographen mit Massenspektrometer fahndete das beauftragte Labor nach flüchtigen organischen Verbindungen.

So haben wir getestet

Mit dem bloßen Auge kaum lesbar waren die Entsorgungshinweise auf einem Farbeimer von Wilckens. Das Gros der Anbieter gestaltet Etiketten mittlerweile zum Glück wesentlich verbraucherfreundlicher.

Online abrufbar

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Bestellnummer: J1710
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