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ÖKO-TEST Dezember 2016
vom

Bratpfannen, antihaftbeschichtet

Pfanntastisch

Ob Spiegeleier braten oder Pfannkuchen backen: In einer beschichteten Bratpfanne sollte das kein Problem sein. Für die meisten Pfannen in unserem Test gilt das auch. Aber wie sieht es mit anderen wichtigen Eigenschaften aus?

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24.11.2016 | Bratpfannen sind eine Wissenschaft für sich und die eine Pfanne, die alles kann, gibt es nicht. Es gibt sie in verschiedenen Größen, Farben und Formen, mit einem oder zwei Griffen, mit Schüttrand für Soßen oder besonders flach für Crêpes. Am gängigsten sind Aluminium- oder Edelstahlpfannen. Laut Marktforschungsinstituten sind zudem rund 90 Prozent aller verkauften Pfannen beschichtet.

"Grundsätzlich sind zwei Arten von Beschichtungen für Bratpfannen geeignet", sagt ein Vertreter der ILAG Gruppe: Beschichtungen auf Basis von Polytetrafluorethylen (PTFE), bekannter unter dem Handelsnamen und Synonym Teflon, und Beschichtungen mit Keramik. Beide Arten bieten Hersteller wie ILAG in unterschiedlichen Qualitätsstufen an. Wer also gerne und viel kocht und brät, benötigt eventuell verschiedene Pfannen. Für das scharfe Anbraten von Fleisch eignet sich beispielsweise eine unbeschichtete Edelstahlpfanne oder eine mit Keramikbeschichtung. Keramikpfannen sind sehr hitzestabil und etwas kratzfester als PTFE-Pfannen. "Diese wiederum haben den Vorteil, dass die Antihafteigenschaft über die gesamte Lebensdauer erhalten bleibt", so beschreibt es ILAG. "Keramikbeschichtungen enthalten andere Rohstoffe, die für den Antihafteffekt verantwortlich sind. Obwohl diese Rohstoffkombination, die je nach Hersteller unterschiedlich sein kann, optimal abgestimmt und ausgewogen ist, lässt deren Wirkung aber über die Zeit nach - rascher als bei PTFE-Beschichtungen." Je nach Qualität, Häufigkeit des Gebrauchs und Pflege bewege sich die Lebensdauer einer Bratpfanne zwischen einem bis vier Jahren.

Die allermeisten Hersteller liefern zu ihren Pfannen ausführliche Gebrauchs- und Pflegeanweisungen mit. Darin raten sie unter anderem, die Pfanne nicht in der Spülmaschine zu reinigen, auch wenn manche als spülmaschinentauglich ausgelobt sind. Auf Dauer leidet die Beschichtung und die Farbe der Pfanne darunter. Nach der Reinigung mit einem weichen Schwamm und etwas Spülmittel sollte die Pfanne innen mit ein paar Tropfen Öl eingerieben werden. Auch sollten, unabhängig von der Art der Beschichtung, keine Küchenhelfer aus Metall zum Einsatz kommen. Das Bundesinstiut für Risikobewertung (BfR) gibt aber Entwarnung, was die gesundheitlichen Folgen durch zerkratzte Beschichtungen angeht. Lösen sich kleine Teilchen und werden verschluckt, würden diese unverdaut wieder ausgeschieden werden. Es kann laut BfR nicht zu giftigen Reaktionen im Körper kommen. "Wenn die Kratzer zu großflächig werden, leidet aber der Antihafteffekt. Dann wird irgendwann eine neue Pfanne nötig", schränkt Martina Eiden-Marx von der Firma Fissler ein.

Zu einem Gesundheitsrisiko kann es bei einer PTFE-Pfanne erst dann kommen, wenn die Beschichtung überhitzt. Dann entwickelt PTFE bei Temperaturen über 360 Grad giftige Dämpfe. Laut BfR besteht dieses Risiko bei bestimmungsgemäßem Gebrauch aber nicht. Auf Nachfrage teilte die Behörde mit, dass ihm keine Meldungen über Vergiftungen aufgrund von PTFE-Dämpfen aus Privathaushalten vorlägen. Aber auch alle anderen Kochgeschirre sollten nie leer erhitzt werden, denn das Material leidet darunter. "Sind Lebensmittel in der Pfanne, ist eine Überhitzung des Kochgeschirrs sehr unwahrscheinlich. Der Verbraucher wird durch den Geruch von ‚Angebranntem' vor einer zu hohen Temperaturentwicklung gewarnt", so das BfR dazu.

Ob nun aber aus Aluminium oder aus Edelstahl, mit PTFE oder mit Keramik beschichtet: die Pfanne muss sich im Alltag beweisen. Deshalb haben wir 16 beschichtete Pfannen eingekauft und ins Labor geschickt. Halten sie die Versprechen, die sich der Verbraucher von einer "Allround-Pfanne" verspricht?

Das Testergebnis

Breit gestreut: Von "sehr gut" bis "mangelhaft" ist alles dabei. Dabei sind sechs Pfannen "sehr gut" oder "gut". Am besten schnitten die Bratpfannen bei den Tests ab, die die Antihafteigenschaften überprüften.

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Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
Wir haben 16 Bratpfannen gekauft: fünf Edelstahlpfannen und 11 aus Aluminium. Die Gemeinsamkeit? Alle sind beschichtet. Welche Beschichtung aus welchem Material ist, lässt sich für den Käufer häufig schwer nachvollziehen, da diese Information hinter Bezeichnungen wie "Greblon", "Ilag" oder "Thermolon Granite" versteckt ist. Häufig ist sogar gar nichts angegeben. Im Wesentlichen sind aber zwei Beschichtungen gängig: die Kunststoff- und die Keramikbeschichtung. Wir haben Pfannen in beiden Varianten für den Test eingekauft.

Die Praxisprüfung
Bratpfannen sind in den meisten Haushalten im Dauereinsatz. Da müssen sie schon einiges aushalten. Wir haben sie umfangreich auf ihre Alltagstauglichkeit überprüft. Im Testlabor ließen wir Pfannkuchen backen und Spiegeleier braten. Welches Bild geben die Pfannen im Neuzustand ab? Überstehen die Beschichtungen den Abriebtest, bei dem 150 Stahlkugeln und ein Gemisch aus Scheuermilch, Wasser und feinem Staub eine halbe Stunde in der Pfanne rotieren? Auch stabil sollte die Pfanne sein. Hält der Griff? Was passiert, wenn sie aus einem Meter Höhe mal runterfällt? Wie korrosionsanfällig ist sie? All diesen Fragen ist unser Labor nachgegangen. Außerdem haben wir messen lassen, wie heiß der Griff beim Braten wird und ob der Pfannenboden auch größere Hitze aushält. Dafür haben die Prüfer die Pfannen mit Wasser gefüllt und auf 200 Grad erhitzt. Nach Abschrecken mit kaltem Wasser darf sich der Pfannenboden nicht nach außen beulen.

Die Inhaltsstoffe
Wir haben die Kunststoffgriffe auf die Schwermetalle Cadmium und Blei untersucht. Bei den vier Pfannen mit Edelstahlgriffen haben wir auf die Analyse verzichtet, da dieses Material als unproblematisch gilt.

Die Bewertung
Da die Untersuchungen auf bedenkliche Inhaltsstoffe in den Kunststoffgriffen glücklicherweise negativ waren, beruht das Gesamtergebnis auf der Praxisprüfung. Zur Hälfte gehen die "Praktischen Versuche" in das Gesamturteil ein. Wie gut in der Pfanne gebraten werden kann, ist entscheidend für die Beurteilung. Ein Viertel machen die "Thermischen Messungen" aus. Wird der Griff zu heiß oder kann die Pfanne nicht mehr effizient genutzt werden, weil sie nicht mehr richtig auf der Herdplatte aufliegt, sind das Qualitätseinbußen. Beschichtete Pfannen sollten auch besonders gut zu reinigen sein. Das ist Teil des Teilergebnisses "Antihafteigenschaften", das zu 15 Prozent zur Gesamtnote beiträgt. Zehn Prozent macht die mechanische Stabilität der Pfanne aus.

So haben wir getestet

Spiegeleier lassen sich bei der WMF Profi Resist trotz Beschichtung nicht vollständig aus der Pfanne entfernen.

So haben wir getestet

Hat sich der Pfannenboden durch die Hitze gewölbt wie hier, liegt er nicht mehr eben auf der Herdplatte auf.

So haben wir getestet

Den Falltest aus einem Meter Höhe nicht überstanden: Der abnehmbare Griff der Woll Titanium Nowo ist gelöst und zerbrochen.